Bezirk Kufstein

„Der Dreck fließt nach Bayern“: Kieferer sehen Kufsteiner als Umweltsünder

Kufstein. (Symbolbild)
© Hrdina

Mit der Schneeentsorgung habe Kufstein den Inn verunreinigt, sagt Kiefersfeldens SPD-Vorsitzender. BM Krumschnabel dementiert dies.

Von Jasmine Hrdina

Kufstein, Kiefersfelden – „Der Dreck fließt nach Bayern“, titelte das Oberbayerische Volksblatt vorgestern in seiner Online-Ausgabe und sorgte damit für Diskussionen in den sozialen Medien. Auf Bildern zu sehen sind Abfälle, die auf der Wasseroberfläche treiben. Rasiergel-Dosen, Sektflaschen und haufenweise PET-Flaschen – besonders drastisch sei die Lage beim Zulauf zum Kraftwerk Oberaudorf-Ebbs. Der Kieferer SPD-Fraktionsvorsitzende Hans Hanusch will die Ursache dafür in der Festungsstadt ausfindig gemacht haben. „Dieser Dreck bleibt am bayerischen Ufer des Inns zurück, wenn Kufstein seinen Schnee in den Inn kippt“, wird Hanusch in der regionalen Tageszeitung zitiert. Zudem vermutet der Kommunalpolitiker, dass sich unter der Wasseroberfläche noch mehr Müll befindet.

Kufsteins BM Martin Krumschnabel zeigt sich auf Nachfrage der Tiroler Tageszeitung „verwundert, wie man so sicher behaupten kann, dass PET-Flaschen, die man in Kiefersfelden findet, aus Kufstein sein sollen. Die können ja überall entlang des Inns hineingeworfen worden sein.“

Die Schneeentsorgung in dem Gewässer sei in Tirol seit Jahrzehnten gang und gäbe und behördlich genehmigt. „Innerhalb von 48 Stunden nachdem der Schnee gefallen ist, darf man ihn in den Inn geben“, erklärt der Stadtchef. Den älteren, verunreinigten Schnee lagere man im Bereich Thierseestraße bzw. Fernheizwerk, bis er letztlich wieder schmelze. Das Thema „verunreinigter Inn“ komme „alle zwei Jahre wieder aus Kiefersfelden“, meint Krumschnabel mit wenig Verständnis dafür. Kufstein sei in Müllfragen „Vorreiter in der Region“, nicht umsonst habe man 2015 den Preis „Sauberste Region Österreichs“ erhalten. „Wir erklären die Mülltrennung bereits in der Volksschule, haben ein super Trennsystem, die Vereine gehen einmal im Jahr Müll einsammeln – das nächste Mal wieder am 13. April.“

Kiefersfeldens Bürgermeister Hajo Gruber sieht zwar „grundsätzlich ein Problem, wenn Schnee in Fließgewässer entsorgt und damit Schmutz eingebracht wird“, will sich zur konkreten Angelegenheit aber nicht weiter äußern. „Ich habe Verständnis für die Fischer, die das Thema aufgreifen. Aber ich werde mich hüten, als Bürgermeister meinem Nachbarn Ratschläge zu geben, wie er seinen Schnee zu entsorgen hat.“ In Kiefersfelden selbst erfolge dies ausschließlich auf dafür vorgesehenen Schmelzflächen. „Aber wir haben in Bayern auch nicht solche Schneemassen wie in Tirol“, so Gruber.

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