Test

DS3 Crossback: Flanieren mit Finesse

Das zweite neue DS-Automobiles-Modell, der erste Vollelektriker: DS3 Crossback, ab Mai als Verbrenner, ab Ende 2019 als Stromer.
© Werk

DS Automobiles setzt die Neuaufstellung der Modellpalette mit dem DS3 Crossback fort. Er startet als Verbrenner und setzt als Elektriker fort.

Von Beatrix Keckeis-Hiller

Monte Carlo –Gut Ding braucht Weile. Eine Binsenweisheit, die sich DS Automobiles zu Herzen nimmt. Denn nach wie vor wird diese Buchstaben-Kombination mit der Citroën-Ikone der 1950er- und 1960er-Jahre – der „Déesse“ – assoziiert. Yves Bonnefont, CEO des 2014 neu gegründeten PSA-Sublabels, und sein Team sind dabei, die Edel-Marke in wohlgesetzten Schritten neu zu etablieren. Was sich nicht nur darin manifestiert, dass es in der neuen Ära nicht DIE, sondern DER DS heißt. Solche Petitessen beiseitegelassen: Es geht um charakteristisches Design, modischen Stil (womit nicht nur die Besetzung des Trend-Segments SUV gemeint ist) und ausgesucht fein komponierte Einrichtung, wahlweise auch mit textilen Materialien, gepaar mit aktueller Technik. Die basiert auf PSA-Konzern-Komponenten. Mit einem Vorzug: Der neue DS3 Crossback, zweiter Modell-Streich nach dem DS7 Crossback (hat im Vorjahr debütiert), basiert als Erster auf einer neuen Kleinwagen-Plattform (nächster ist der bereits statisch präsentierte Peugeot 208).

Diese Baubasis wird „Multi­energy“ genannt. Wie diese Bezeichnung impliziert, ist sie für Verbrenner- und Elektro- respektive elektrifizierte Antriebe konstruiert. Denn auch für den DS3 Crossback gilt, was PSA-Boss Carlos Tavares festgelegt hat: Das PSA-Antriebsoffert erstreckt sich auf Verbrenner – Benziner und Diesel – und Vollelektriker – mit Batterie als Antriebsenergiespeicher – sowie auf Hybride – was auch in den kleinen Segmenten ausgerollt wird.

Für den DS3 Crossback stehen zum Start drei Abstufungen eines 1,2-Liter-Dreizylinder-Benziners und ein 1,6-Liter-Vierzylinder-Diesel zur Wahl. Die Ottos haben 100, 130 und 155 PS, der Selbstzünder hat deren 100. Manuell geschaltet werden die 100-PS-Versionen über sechs Gänge, die anderen sind mit achtstufiger Automatik zusammengespannt. Allradantrieb gibt es nicht einmal exklusiv, doch bietet DS das Traktionshilfesystem „GripControl“ als Option an. Nachfolgen wird die Elektro-Version, markiert mit dem Zunamen „E-Tense“, mit 136 PS. Der Akku hat 50 kWh Kapazität. Das Reichweitenversprechen stellt 300 Kilometer (lt. WLTP) in Aussicht. Die Top-Speed ist mit 150 km/h limitiert. Verkostet wurde öffentlich die mittlere Benziner-Leistungsstufe. Erstes Fazit: Die Leistung reicht für Stadt, Land – auch steigungsintensives – und Autobahn mehr als aus. Das Fahrwerk ist knackig, verkneift sich jegliche Rumpeligkeit. Die Lenkung ist gerade richtig präzise. Die Bremsen agieren prompt und völlig unbissig. Die Wohnlichkeit ist genauso fein wie im großen Bruder DS7 Crossback. Bloß dass das Head-Up-Display mit einem (justierbaren) Plastik-Scheibchen ausgeführt ist, trübt die Interieur-Finesse ein wenig.

Premieren-Terrain des eher kompakten als kleinen Edel-Franzosen war die Côte d’Azur, ausgehend vom illustren Hotspot Monaco. Man flanierte entspannt durch die engen, gewundenen Gassen und zahllosen Kreisverkehre von Monte Carlo. Der moderat hochbeinige Crossover zog ob seiner markanten Präsenz auch die Blicke von Piloten edler Luxus-Gefährte auf sich. Darin mischte sich fast so etwas wie Neid: Denn anhand der handlichen Dimensionen und der mühelosen Agilität ist man selbst in der bekannt quirligen Rushhour im Vorteil. Und dabei, passend, höchst exklusiv. Das war auch das erste Auslauf-Revier für die Vorserien-Versionen der E-Tense-Variante: Man zirkelte auf militärischem Sperrgelände bei Menton hoch über Monaco über einen kurvigen Kurs. Als Elektriker fühlt sich der kleine Crossback nicht arg viel schwerer an als der Verbrenner, auch ist die Bedienung exakt genauso angelegt wie in den konventionell Motorisierten.

Nachfolger des DS3 ist der Crossback, der im Mai auf dem Markt startet, vorerst nicht, der Dreitürer wird mindestens noch ein Jahr im Programm bleiben. Preis: ab 28.380 Euro. Der Elektriker ist für Ende dieses Jahres angekündigt, die Tarife stehen noch nicht fest. Zum Vergleich: In Frankreich geht es bei 39.000 Euro los.