Junge Rote wollen im Kufsteiner Stadtpark das Grün retten
Laut der Jungen Generation in der SPÖ wird im Stadtpark Kufstein eine zu große Fläche zugepflastert. Eine Online-Petition soll die Verantwortlichen zum Umdenken bringen.
Von Wolfgang Otter
Kufstein –Zuerst waren es die Grünen, die mit einer Petition gegen die Verbauung eines kleinen Teils des Kufsteiner Stadtparks ankämpften. Das Ergebnis ist in Form des Erweiterungsbaus der Fachhochschule zu sehen – es hat also nicht viel gebracht. Jetzt tritt die Junge Generation in der SPÖ unter ihrem Bezirksvorsitzenden Daniel Veselinovic in Sachen Stadtpark an die Öffentlichkeit. Auf der Online-Plattform www.openpetition.eu kritisieren sie die „Zupflasterung des Stadtparks“, wie sie ihre Petition nennen. Mit möglichst vielen Unterschriften wollen die Sozialdemokraten ein Umdenken erreichen.
Hintergrund sind die Neugestaltungspläne für den vielen Kufsteinern ans Herz gewachsenen Park. Er soll auch für Veranstaltungen befestigt werden. Aber „der ursprüngliche Plan, den restlichen Stadtpark in seiner Größe und Art zu erhalten, wurde nun geändert“, kritisiert Veselinovic. „Es wird ca. ein Viertel der Gesamtfläche zugepflastert. Der Kostenaufwand sei somit größer und durch das zusätzliche Gebäude haben wir, die Kufsteiner, schon einen großen Teil des Parks abgegeben“, erklärt der Bezirksvorsitzende den Widerstand der jungen Roten auf der Petitionsplattform die Beweggründe für den Widerstand.
„Städtische Vegetationsflächen weisen soziale, ökologische und ökonomische Funktionen auf. Sie dienen als Lebens-, Aufenthalts- und Kommunikationsräume. Die letzte Grünfläche im Zentrum der Stadt darf nicht verloren gehen bzw. geschmälert werden“, so der Bezirksobmann weiter. „Wir wollen keine zugepflasterten Städte, keine Steine unter den Füßen, sondern einen natürlichen Lebensraum“, schließt Veselinovic ab.
Kufsteins Bürgermeister Martin Krumschnabel (Parteifreie) kann die Vorwürfe nicht verstehen. „Von Zupflastern kann ja auch keine Rede sein, es wird dort hochwertig mit Steinen und Grünflächen gestaltet“, sagt er. Dies geschehe aus den Erfahrungen der Jahre heraus. „Wir haben die Fläche am Eingang des Stadtparks nicht befestigt gehabt, mit dem Ergebnis, dass sich nach einer Veranstaltung die Grünfläche das ganze Jahr hindurch nicht mehr erholt hat“, schildert Krumschnabel das Problem. Die „schöne Wiese“, auf der man veranstalte, gebe es in der Realität nicht. „Es wäre schade, den Stadtpark nicht mehr mit Veranstaltungen zu bespielen und nur als Grünfläche zu belassen“, so der Bürgermeister.
Auch Stadtrat Stefan Hohenauer (Parteifreie) sieht Vorteile im Umbau: „Derzeit ist die Grünfläche eigentlich eine Braun- oder Gelbfläche und kann ohnedies nicht benützt werden“, sagt er zur TT.
Hohenauer erinnert auch daran, dass neue Bäume gepflanzt werden, der Kinderspielplatz nicht nur erhalten, sondern sogar mit einer Wasserfläche attraktiver gemacht wird und überdies ein großer Teil des Grüns erhalten bleibt. Erst durch die Befestigung könne der Park auch von allen genutzt werden.
Bis Sonntagnachmittag haben sich rund 120 Unterstützer der Meinung der jungen Roten auf der Online-Plattform angeschlossen.
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