Nach schwerem Unfall: Andy Holzer kämpft sich zurück

Schwerer Unfall kann „Blind Climber“ Holzer nicht stoppen: Er hält wieder Vorträge.

Der blinde Bergsteiger Andy Holzer – hier bei einer Expedition im Iran 2018 – ist nach seiner Verletzung wieder fit.
© Andreas Unterkreuter

Von Catharina Oblasser

Tristach –Der 26. Jänner 2019 war für Andy Holzer ein fataler Tag. Der Tristacher, der von Geburt an blind ist und sich als „Blind Climber“ einen Namen gemacht hat, stieg auf seinen Amateurfunk-Mast im Garten. Er wollte Wartungsarbeiten durchführen. Plötzlich schob sich der Teleskopmast zusammen, die Anlage kollabierte. Holzer erlitt schwerste Verletzungen am linken Unterarm und an der rechten Hand. Er wurde in der Klagenfurter Klinik operiert und verbrachte mehrere Wochen im Krankenhaus.

Inzwischen ist Andy Holzer wieder zu Hause in Tristach. „Ich habe meinen rechten Zeigefinger verloren, da war nichts mehr zu machen“, erzählt er im Gespräch mit der TT. „Doch der linke Unterarm konnte gerettet werden. Ich habe 17 Schrauben drin und muss noch einmal operiert werden“, fährt Holzer fort. So richtig beweglich sei der Arm noch nicht. „Doch ich mache Fortschritte.“

Härter trifft den blinden Bergsteiger der Verlust des rechten Zeigefingers. „Ich bin Rechtshänder, das ist schlimm für mich“, meint er. Den Humor hat Andy Holzer trotzdem nicht verloren. Er habe für das Bedienen des Computers ein eigenes „Neun-Finger-System“ entwickelt, berichtet Holzer. Sein Zustand werde Schritt für Schritt besser, so der 52-Jährige. „Dank meiner Therapeutin Andrea, die mein vollstes Vertrauen hat.“

Der Berg ruft, das hat sich für Andy Holzer auch nach seinem Unfall nicht geändert. „Ich habe schon ein paar leichte Wanderungen und Skitouren unternommen“, sagt er. „Mein Ziel ist es, wieder auf die Beine zu kommen.“ Dazu gehört auch, dass Holzer seine zusammengebrochene Funkanlage wieder aufbaut. „Es ist ein Riesenaufwand. Aber in dem Maß, wie der Funkmast in die Höhe wächst, wächst auch meine Zuversicht.“

Nun nimmt Holzer auch seine Arbeit als Vortragender wieder auf. Die erste öffentliche Veranstaltung nach seinem Unfall ist am 22. März im steirischen Benediktinerstift St. Lambrecht.

Andy Holzer hat etliche der höchsten Berge der Welt erstiegen, 2017 war es der Mount Everest. „Jeder hat seinen Everest“, ist sein Motto – also eine Herausforderung, der man sich im Leben stellen muss. Für den Tristacher ist „sein Everest“ nun der Weg zurück nach seinem Unfall.


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