Mit Ausweis und Pistole als Polizist ausgegeben: Ein Jahr Haft

Mit einer Kippa – der bei Religionsausübung üblichen Kopfbedeckung der Juden – betrat gestern ein 29-Jähriger das Landesgericht. Aufgrund ge...

Symbolfoto.
© Thomas Böhm

Mit einer Kippa – der bei Religionsausübung üblichen Kopfbedeckung der Juden – betrat gestern ein 29-Jähriger das Landesgericht. Aufgrund gefährlicher Drohung und Amtsanmaßung war er seit Jänner in U-Haft. Zuvor hatte er nach einer Kränkung durch eine Frau deren Freunden mitgeteilt, dass Personen, die das Vertrauen seiner Glaubensgruppe enttäuschen, beseitigt würden. Als sich einen Monat später offenbar jemand an einer Tankstelle über die Kippa lustig machte, verwies der 29-Jährige auf seine am Körper befindliche Schreckschusspistole. Als daraufhin einer der Bedrohten Anzeige erstatten wollte, wies sich der Ungar selbst per Visitenkarte als Polizist aus und verlangte wiederum von den Umstehenden die Ausweisleistung. Kurz darauf klickten die Handschellen. Richter Günther Böhler erließ (nicht rechtskräftig) ein salomonisches Urteil: ein Jahr Haft – neun Monate davon aber bedingt, wenn eine Aggressions- und Alkoholtherapie erfolgreich in Angriff genommen würde.

Zwei Jahre Haft ergingen gestern über einen Deutschen (28). Er hatte zum Jahreswechsel hin im Zillertal mit einem Komplizen Einbrüche begangen und dabei auch unbefugt ein Auto in Betrieb genommen. Die junge Besitzerin wollte das Duo stoppen und war darauf über 300 Meter unfreiwilliger Fahrgast. Während der Fahrt warfen die Täter noch Skier und Stöcke aus dem Pkw. Die Spritztour endete mit Totalschaden. Die Polizei griff die Täter letztlich auf den Gleisen der Zillertalbahn auf. (fell)

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