Drei Transfers, drei Hoffnungen

Matej Ivic (SV Wörgl), Jeffrey Egbe (FC Kufstein) und Fabian Markl (Reichenau) wechselten im Winter in die Westliga. Das Trio hat im neuen Umfeld dabei auch den Status als Hoffnungsträger gemeinsam.

Jeffrey Egbe arbeitet in Kufstein an einem Neustart.
© Michael Kristen

Wörgl/Kufstein/Innsbruck – Matej Ivic startete seine Westliga-Karriere mit einem Ausrufezeichen. Ein Treffer und zwei Assists gelangen dem 22-jährigen Neuzugang beim 4:0-Auswärtserfolg des SV Wörgl in Hohenems.

„Als ich ihn das erste Mal gesehen habe, dachte ich mir: Den muss ich holen“, erinnerte sich Trainer Denis Husic an den Moment, als ihm der Techniker aus dem Milser Nachwuchs das erste Mal aufgefallen war. Über Wattens, die Tiroler Akademie und den FC Wacker II führte den 96er-Jahrgang der Weg zum SVI, um sich dort in der UPC Tirol Liga einen Namen zu machen.

Matej Ivic sammelte beim Wörgl-Debüt drei Scorerpunkte.
© Michael Kristen

Schon im Sommer sollte Ivic eigentlich nach Wörgl übersiedeln, doch damals sei man „noch nicht zusammengekommen“. Im Winter war die Zeit für den Sprung in die dritthöchste Liga reif. Trainer Husic, der schon einige Talente kommen und gehen sah, hält große Stücke auf seinen Angeifer: „Er hat alles, was ein Stürmer braucht. Er muss jetzt nur auf dem Boden bleiben“, fordert Husic, der mit Mehmet Durmus (früher Wacker, kam aus der Türkei) und Johannes Erb (kam aus Kufstein bzw. Kirchbichl) zwei weitere Neuzugänge in die Startelf berufen hatte. „Johannes hat eine sensationelle Partie abgeliefert“, lobte sein Coach den zweiten Debütanten.

Unter den Torschützen waren aber gegen Hohenems zwei weitere Hoffungsträger: Johannes Naschberger, 19-jähriges Mittelfeld-Talent, traf wie schon in der Hinrunde gegen Hohenems und soll laut Husic bereits bei Profiklubs auf dem Zettel stehen. Außerdem schoss sich Peter Kostenzer mit einem Doppelpack auf Platz zwei der Torschützenliste.

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Neustart in Kufstein

Jeffrey Egbe hat keine leichte Zeit hinter sich. Dabei war der inzwischen 20-Jährige in der Saison 2017/18 am Weg zum aufgehenden Fußball-Stern, als er in der Aufstiegssaison des FC Wacker fünf Spiele absolviert und unter anderem den 1:0-Siegtreffer im Tivoli gegen Liefering erzielt hatte.

Doch wie es oft bei jungen Senkrechtstartern der Fall ist, folgte ein Karriere-Wellental in Form des Zivildiensts und einer Patellasehnenverletzung im Herbst 2018. Jetzt soll der FC Kufstein als Rettungsring dienen. Das hat sich zumindest Trainer Markus Duftner vorgenommen.

Deshalb setzte der Kufsteiner Coach beim 3:1-Sieg in Anif auch von Beginn an auf den Mann, der die Fähigkeit besitzt, dem Mittelfeld seinen Stempel aufzudrücken. Nach 50 Minuten war allerdings Schluss für Egbe, was weniger der Leistung als vielmehr körperlichem Aufholbedarf geschuldet war. „Nach seiner schweren Knieverletzung müssen wir ihn sensibel behandeln. Es fehlen natürlich ein paar Prozent. Aber das ist ganz normal“, weiß sein Coach, der dank eines Kooperationsvertrags mit dem FC Wacker auf den Mittelfeld-Mann setzen kann. Genau dorthin will Egbe auch zurück. Dass mit Thomas Grumser ein langjähriger Förderer die Profimannschaft übernommen hat, darf als positives Indiz gewertet werden.

Duftner hofft auf eine „Win-win-Situation“. Er sei „fest davon überzeugt, dass Jeffrey mit seiner Präsenz bei uns eine wichtige Rolle einnehmen kann. Wir wollen ihm helfen.“ Denn Kufstein will eine starke Rückrunde spielen, Egbe zurück in den Profizirkus. Vielleicht lassen sich ja zwei Fliegen mit einer Klatsche schlagen.

Fabian Markl hat in der Reichenau viel Verantwortung.
© Jakob Gruber

Jungspund in der Reichenau

Wenn man sieht, wie viele Fehler andere machen und wie wenig Fehler Fabi macht, dann ist das schon beeindruckend.“ Reichenau-Trainer Gernot Glänzer durfte zwar im Winter „nur“ einen Neuzugang präsentieren, dieser hatte es aber in sich:

Mit Fabian Markl verpflichtete der Innsbrucker Klub einen 18-jährigen Jungspund, der immer noch als eines der größten Außenverteidiger-Talente in Tirol gilt. Nicht umsonst spielte der Tiroler noch im Herbst im U19-Nationalteam vor und traf für den FC Wacker II in der 2. Liga.

Kein Wunder, dass Markl im Innsbrucker Osten trotz seiner jungen Jahre durchaus eine Führungsrolle einnehmen soll. Denn nach dem Abgang von Stefan Milenkovic (Zirl) und Alex Mader (Karriere-Pause) gehen Glänzer die Routiniers aus. Dass bei der 0:1-Niederlage bei den Altach Amateuren auch noch Patrick Steinkellner, Michael Waldy und Daniel Einkemmer verletzt fehlten („Ich hoffe, die Jungs kommen bald wieder zurück“), kam erschwerend hinzu. Trotz der Niederlage wusste Markl bei seinem Pflichtspiel-Debüt für den neuen Verein durchaus zu überzeugen. „Technisch gut, hohe Passqualität und gutes Stellungsspiel. Das war schon sehr solide.“

Außerdem entdeckte Glänzer eine Qualität in Markls Spiel, die er so selbst nicht erwartet hatte: die Torgefahr. „In der Vorbereitung hat er fast immer getroffen, auch gegen die Altacher ist er einmal gefährlich vor dem Tor aufgetaucht“, erzählt Glänzer.

Vielleicht hat sich der Tabellen-Zehnte also nicht nur defensive Stabilität, sondern auch Offensivschwung dazugeholt. Beides können die Reichenauer äußerst gut gebrauchen.


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