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Peter Schröcksnadel: „Besser als die Fußballer sind wir“

Österreichs Skiverbandspräsident Peter Schröcksnadel (77) blickt scheinbar ruhigeren Monaten entgegen. Denn gefeiert wurde längst, jetzt geht es um einige offene Baustellen.

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In Seefeld hatte Peter Schröcksnadel genug zu feiern - genug Baustellen finden sich nach Ende der WM-Saison allerdings auch.
© gepa

Saisonschluss – für gewöhnlich beginnt im Österreichischen Skiverband jetzt die Analyse im Hinblick auf die kommende Saison ...

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Peter Schröcksnadel: Wir beginnen im April mit den Gesprächen. Ob sich viel tut, steht noch nicht fest, ein paar Baustellen haben wir.

Wie fällt Ihre Verbandsbilanz aus?

Schröcksnadel: Besser als die Fußballer sind wir (lacht). Wir können mit nahezu allen Sparten sehr zufrieden sein. Ungewohnt: der Leistungsabfall der Snowboarder, die mit Verletzungen und schwierigsten Bedingungen zu kämpfen hatten.

Bei den Alpinen gibt es wenig auszusetzen ...

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Schröcksnadel: Den Nationencup mit fast 3500 Punkten Vorsprung zu gewinnen, daran kann ich mich nicht erinnern.

Sie werden es uns nicht sagen, aber wissen Sie, ob Marcel Hirscher noch weiterfährt?

Schröcksnadel: Ich denke, das weiß ich.

Und würde es Ihnen Kopfzerbrechen bereiten, wenn er tatsächlich aufhört?

Schröcksnadel: Nein, wir haben eine gute Mannschaft dahinter. Um den Gesamtweltcup zu gewinnen, braucht es auch Geduld. Man kann schließlich nicht immer gewinnen, das wäre auch fad und es würde wieder heißen, wir machen den Weltcup kaputt.

Und bei den Nordischen?

Schröcksnadel: Da waren die Kombinierer super, bei den Springern waren die Damen beachtlich, bei den Herren sind meine Gefühle gemischt. Aber ich war in Planica, um Stefan Kraft zu gratulieren. Drei WM-Medaillen und Platz zwei im Gesamtweltcup hinter Kobayashi – das muss einem erst einmal gelingen.

Acht Medaillen bei der Alpinen Ski-WM, neun bei der Nordischen – hätten Sie das genommen, wenn man Ihnen diese Bilanz vor Saisonbeginn angeboten hätte?

Schröcksnadel: Ich hätte mir das jedenfalls nicht erwartet, das ist kaum mehr zu toppen. Allein bei der Nordischen WM wäre ich mit drei, vier Medaillen zufrieden gewesen.

Ein Umbruch scheint bevorzustehen, die Co-Trainer der Skispringer sind weg.

Schröcksnadel: Mario Stecher (Sportdirektor, Anm.) wird das evaluieren und vorbereiten, es gibt einige Möglichkeiten. Ein Umbruch kann schließlich auch eine Chance darstellen.

Das gilt wohl auch für den Langlauf-Sport, der (nach dem Dopingskandal bei der WM in Seefeld, Anm.) auf gänzlich neue Beine gestellt werden soll.

Schröcksnadel: Die Beschlüsse des Präsidiums sind aktuell und konkret: Der Nachwuchs wird bis zum 16. Lebensjahr gefördert, Schwerpunktschulen werden unterstützt, aber Kader- und Trainerstrukturen gibt es keine. Eine individuelle Betreuung für Spitzenathleten wird vorab geprüft, noch suchen wir für das Konzept aber einen Verantwortlichen.

Folgt dem Dopingskandal bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld eine eingehende Analyse der Ermittlungen?

Schröcksnadel: Es ist nicht unsere Aufgabe zu ermitteln, aber wir werden sicherlich einigen Fragen auf den Grund gehen. Ich lasse mir und auch Markus Gandler (scheidender Sportdirektor, Anm.) jedenfalls nicht nachsagen, irgendetwas gewusst zu haben.

Das Gespräch führte Florian Madl


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