Der wahre Kern: Gerüchte zum Schmunzeln machen die Runde
Derzeit immer weiter erzählte Gerüchte zeigen, wie die menschliche Fantasie einen wahren Kern in kürzester Zeit auszuschmücken weiß.
Von Helmut Mittermayr
Ehrwald –In Zwischentoren machen gerade Gerüchte die Runde. Schöne Beispiele, wie die menschliche Fantasie einen wahren Kern in kürzester Zeit auszuschmücken weiß.
Gerücht Nummer eins: Eine belgische Hochzeitsgesellschaft feierte Sonntag auf der Gamsalm in Ehrwald und ließ dabei mächtige Luftballons steigen. Ein Exemplar verhedderte sich in einem Baum, was aus der Ferne wie ein Gleitschirm aussah, der sich verfangen hatte. Unbeteiligte schlugen Alarm. Ein Helikopter mit Nachtsichtgerät kam extra aus Kärnten und musste mangels Sprit im Gelände niedergehen, worauf wiederum aus Innsbruck extra ein Tankwagen angefordert werden musste, um dem Heli aus der Patsche zu helfen.
Gerücht Nummer zwei (gleicher Anlass, schon deutlich modifiziert): Beim sonntäglichen Schlager-Open-Air beim Tirolerhaus auf der Ehrwalder Alm habe ein hochrangiger Politiker derart dem Alkohol zugesprochen, dass er nicht mehr dem Weg nachgekommen sei. Auf Grund guter Verbindungen habe ein kurzer Funk genügt und ein Black Hawk des Bundesheeres habe den Tschecheranten nächtens entsorgt.
Die Fakten: Bei der Polizei meldeten am späten Sonntagnachmittag zwei Personen unabhängig voneinander, dass sie gesehen hätten, wie ein Paragleiter ins Trudeln und vermutlich in Schwierigkeiten geraten sei. Ein nachtsichttauglicher Helikopter aus Kärnten mit Wärmebildkamera wurde daraufhin von der Leitstelle Tirol angefordert und nahm die Personensuche auf. Laut dem Leiter der Alpinen Einsatzgruppe Außerfern, Herbert Jankovich, ein ganz und gar gewöhnlicher Vorgang. Auch dass die Feuerwehr Innsbruck mit einem Kleintankwagen bodengestützt gefolgt sei, muss doch bei längerer Suche mehrmals nachgetankt werden. Peter Obergschwandtner, Inspektion Lermoos, ergänzt: „Das ist kein großer Tankwagen, mehr eine Art Pick-up mit einem Fass drauf.“ Das Fahrzeug folge dem Helikopter bei jedem Nachteinsatz ins Suchgebiet nach, sonst müsste der Heli zum Tanken bis Innsbruck zurückfliegen. Als Tankstelle wurde der Fußballplatz Lermoos ausgeleuchtet, gefunden wurde aber niemand und die Suche daher eingestellt. Eine Abgängigkeitsmeldung liegt nicht vor.
Wahr ist auch, dass eine Gruppe von 180 Belgiern mehrere Tage lang eine große Hochzeit im Zwischentoren und in Reutte gefeiert hat, darunter ein bekannter Yachtenbauer als Brautvater. Auf der Gamsalm waren sie jedoch am Freitag – ohne Luftballons – und nicht am Sonntag. Nachdem sie am Samstag die Arena in Reutte gerockt hatten, verfolgten sie am Sonntag das Konzert auf der Ehrwalder Alm, wo sich wiederum kein Politiker bis zur Besinnungslosigkeit betrunken hatte. Tirolerhausbesitzer Franz Dengg ist nichts Derartiges bekannt.
Kommentare