Lang lebe die Fledermaus: Comicfigur Batman wird 80

Vor 80 Jahren kam das erste Comic-Heft mit dem Superhelden Batman auf den Markt. Was als Comic-Serie begann, entwickelte sich über die Jahrzehnte zum Massenphänomen.

Das Bat-Logo, mit dem Batman an den Schauplatz eines Verbrechens geholt wird, ist weltbekannt.
© AFP

Los Angeles — Ein bunter Superheld in blauen Spandexhosen mit rotem Cape war 1938 der große Hit — Superman. Das spornte die Comicwelt an. Eine neue Figur sollte auf dessen Erfolgswelle mitfliegen — die Idee für Batman war geboren. Seinen ersten Auftritt hatte der düstere Held in Ausgabe 27 von "Detective Comics", die vor 80 Jahren am 30. März 1939 an die amerikanischen Kioske kam.

Der Cartoon-Zeichner Bob Kane (1915-1998) hatte den Fledermaus-Mann im Auftrag des Comic Verlages National Comics, der sich später in DC-Comics unbenannte, gemeinsam mit dem Autor Bill Finger geschaffen. Kane siedelte Batman in der düsteren fiktiven Metropole Gotham City an. Hinter der schwarzen Maske verbirgt sich der Multimillionär Bruce Wayne, der als Kind die Ermordung seiner Eltern mit ansehen musste und sein Leben nun der Bekämpfung des Verbrechens widmete.

Da Vinci und Groschenromane als Inspiration

Schon im Aussehen war Batman ein starker Kontrast zu anderen Superhelden in den 30er Jahren. Im Gegensatz zum farbenfrohen Superman etwa sollte Batman Angst machen: Sein Kostüm war schwarz-grau, dazu ein Waffengürtel, Handschuhe und gezackte Flügel. Nach Kanes eigenen Angaben inspirierte ihn unter anderem die Zeichnung eines Flugapparats von Leonardo da Vinci. Auch zahlreiche Elemente aus Filmen und Groschenromanen wie Zorro und Phantom flossen in das Design des "dunklen Ritters" ein. Das bekannte Fledermaus-Symbol auf Batmans Brust war anfangs nur schwarz, erst 1964 kam der gelbe Hintergrund für das heute typische ovale Logo dazu.

Im Laufe der Jahre bekam Batman zunehmend Verstärkung bei der Bekämpfung des Verbrechens, mit Robin und Batgirl als junge Sidekicks. Natürlich wuchs auch die Zahl der Super-Schurken. Bruce Wayne musste sich über die Jahrzehnte mit bekannten Bösewichten wie dem Joker, Pinguin, Catwoman oder dem Riddler herumschlagen.

Filmadaptionen zwischen Oscar-Glanz und Trash

Was als Comic-Serie begann, fand seinen Weg in viele weitere Medien. TV-Serien, Filme, Spielzeuge und Computer-Spiele machten die Figur weltbekannt. Das Guinness Buch der Rekorde würdigte Batman als Comicbuch-Helden mit den meisten Spielfilmauftritten. Zwischen 1966 und 2012 wurde Batman in acht Live-Action-Verfilmungen von Schauspielern dargestellt. Stars wie Adam West, Michael Keaton, George Clooney und Ben Affleck trugen bereits das schwarze Cape.

Sein Hollywood-Debüt feierte die Comicfigur 1989 unter der Regie Tim Burtons mit Michael Keaton in der Rolle Batmans und Jack Nicholson als teuflisch grinsender Joker. Nicht jede Darstellung glückte aber. Nie mehr einen Gummianzug mit falschen Brustwarzen tragen, das schwor sich George Clooney 1997 nach der Veröffentlichung von "Batman & Robin", der unter Fans und Kritikern gleich verhassten Adaption von Regisseur Joel Schuhmacher. Mehr Glück mit der Figur hatte der Brite Christopher Nolan. In seiner Batman-Trilogie glänzte Christian Bale als Protagonist, im zweiten Teil "The Dark Knight" lieferte Heath Ledger als Joker eine legendäre Performance ab, die ihm posthum einen Oscar bescherte.

Als Kane im Jahr 2015 posthum mit einem Stern auf Hollywoods "Walk of Fame" geehrt wurde, war Regisseur Zack Snyder ("Batman v Superman: Dawn of Justice") unter den Gästen. Er habe der Welt ein "unglaubliches Geschenk" hinterlassen, sagte Snyder. Mit Batman habe Kane ein Figur geschaffen, die viele Menschen in aller Welt berühre. Der Cartoon-Held sei ein normaler Mensch, ohne besondere Kräfte. Das mache ihn so beliebt.

Zahlreiche Feierlichkeiten zum Jubiläum

Der 80. Geburtstag soll in den nächsten Monaten gebührend gefeiert werden. Zum Jubiläum bringt DC Comics mit "Detective Comics #1000" und "Detective Comics: 80 Years of Batman" zwei Sonderausgaben im Zeichen der Fledermaus heraus. Bis zum "Batman Day" am 21. September sind unter dem Motto "Long Live the Bat" (Lang lebe die Fledermaus) weltweit Veranstaltungen geplant. An dem Batman-Tag im Herbst soll unter anderem das leuchtende Bat-Signal in Form des Fledermaus-Symbols in vielen Städten erstrahlen.

Wer das erste Batman-Heftchen 1939 am Kiosk für 10 Cent kaufte, könnte damit heute ein Vermögen machen. Eine gut erhaltene Ausgabe wurde 2010 in den USA für mehr als eine Million Dollar versteigert.

Fans können sich auch schon auf den Sommer 2021 freuen. Dann soll der nächste "Batman"-Film unter der Regie von Matt Reeves ("Planet der Affen") in die Kinos kommen. Zeitweise war Ben Affleck für die Hauptrolle vorgesehen, doch Reeves sei nun auf der Suche nach einem neuen, jüngeren Darsteller, wie das Kinoportal Deadline.com im Jänner berichtete. Es zeigt sich: Auch mit achtzig Jahren bleibt Batman ewig jung. (TT.com/APA/dpa)


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