Comeback nach zehn Jahren: Rammstein provoziert mit KZ-Video
Sie wissen nicht nur, wie sie alle Blicke auf sich ziehen, sondern auch, wie sie die Spannung auf die Spitze treiben. Mit ominösen Nachrichten heizen Rammstein die Hysterie um neue Songs kräftig an. Ein erster Vorgeschmack allerdings hinterlässt einen fahlen Beigeschmack.
Berlin — Glaubt man dem neuen Teaser, den die deutsche Band Rammstein am Mittwoch veröffentlicht hat, erscheint heute ihr erster Song seit zehn Jahren. Apropos Teaser: Schon der 35 Sekunden lange Clip wurde auf YouTube bereits mehr als eine Million Mal aufgerufen. Das Video, das die Musiker als todgeweihte KZ-Häftlinge darstellt, gefällt allerdings nicht jedem.
„Wie Rammstein hier das Leid und die Ermordung von Millionen zu Entertainmentzwecken missbraucht, ist frivol und abstoßend", sagte Charlotte Knobloch, Ex-Präsidentin des Zentralrats der Juden, der Bild-Zeitung.
Beitrag zur Aufarbeitung des Holocaust?
Karin Prien, Sprecherin des Jüdischen Forums in der CDU, spricht von einer „widerlichen Geschmacklosigkeit", die nur dazu diene, „Klicks zu erzeugen", zitiert sie die Zeitung.
FDP-Außenexperte Alexander Graf Lambsdorff stellte klar: „Die Shoa ist als Werbung nicht geeignet. Egal für was." Allerdings müsste man abwarten, „ob das ein Ausschnitt ist, mit dem Rammstein einen Beitrag zur Aufarbeitung des Holocaust leisten", sagte er der Bild.
„Duhastvielgeweint"
Zuvor hatte die Formation rund um Sänger Till Lindemann auf Instagram ein Bild, das aus dem Video zu stammen scheint, mit dem Datum XXVIII.III.MMXIX — also dem 28. März in römischen Zahlen — versehen. Es wäre das erste Studiomaterial, das die Band seit zehn Jahren veröffentlicht.
Doch nicht nur Rammstein selbst posteten Hinweise auf neue Musik. Auf dem Instagram-Account von Eric „Specter" Remberg, dem ehemaligen Chef des Labels Aggro Berlin und Regisseur des Marteria-Films „Antimateria", sind ebenfalls viele Posts bezüglich Rammstein zu finden. Unter anderem ist auf den Fotos zu sehen, wie die Bandmitglieder mit Stricken um den Hals offenbar auf ihre Hinrichtung warten. Der Kommentar dazu in Großbuchstaben: „Deutschland".
Am vergangenen Wochenende waren einige der neuen Video-Schnipsel in Video-Loops von alten Rammstein-Songs beim Musik-Streaminganbieter Spotify aufgetaucht. Außerdem wurde am Dienstag ein erster Teaser auf YouTube veröffentlicht. Immer wieder finden sich unter den Ankündigungen die Hashtags „duhastvielgeweint" und „deutschland". Steht einer davon womöglich für den Namen der Single und der andere für den Albumtitel?
Das letzte Album?
Rammstein haben die Veröffentlichung ihres neuen Albums fürs Frühjahr angekündigt. Zuletzt hieß es, der Nachfolger des vor zehn Jahren erschienenen Longplayers „Liebe ist für alle da" komme schon im April in die Läden. Doch über das tatsächliche Erscheinungsdatum ist nach wie vor nichts bekannt. Und die Annahme, dass es sich um das allerletzte Rammstein-Album handeln könnte, ist nur Spekulation.
Klar ist hingegen, dass die Gruppe im Sommer auf die erste Stadion-Tournee ihrer Karriere gehen wird. Die Konzerte in Deutschland sowie in diversen anderen europäischen Ländern sind allesamt restlos ausverkauft, viele waren es bereits binnen weniger Minuten. Tickets gibt es laut der Webseite der Band lediglich noch für die Shows in Riga und in Moskau. (TT.com)
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