Schuljahr im Zeichen einer dunklen Zeit am BRG Kufstein
Von Briefen aus dem Ersten Weltkrieg bis Anne Frank – das BRG Kufstein widmet sich in einem Projekt traumatischen Jahren.
Kufstein –1918/19 und 1938/39 sind Jahre in der österreichischen Geschichte, die tiefe und traumatische Spuren hinterlassen haben. Am Bundesrealgymnasium/Bundesgymnasium Kufstein widmete man sich in einer kritischen Auseinandersetzung den Ereignissen dieser Jahre, wie Direktorin Ellen Sieberer erklärt.
Während des Schuljahrs wurden entsprechende Veranstaltungen realisiert, u. a. verlas Eva-Maria Gintsberg Briefe einer Frau, geschrieben während des Ersten Weltkriegs. Zudem besuchten bzw. besuchen noch Zeitzeugen die Schule. Geplant sind außerdem Exkursionen zu Konzentrationslagern. BRG-Schülerinnen werden sich zudem mit einer vorwissenschaftlichen Arbeit mit dem Thema „Schule, Kufstein, Nationalsozialismus“ auseinandersetzen.
Jüngste Veranstaltung ist die Wanderausstellung „Anne Frank – eine Geschichte für heute“, die am Mittwoch eröffnet wurde. Entstanden ist sie in Zusammenarbeit mit dem Anne Frank Verein. Dabei gab es eine besondere Verbindung zur Festungsstadt. Der Verein wird in Österreich von Aaron Peterer, einem Absolventen des BG/BRG Kufstein, geleitet. „Im Vorfeld wurden Schülerinnen und Schüler als Guides ausgebildet, die nun andere Schüler durch die Ausstellung führen“, erzählt Direktorin Sieberer. Die beeindruckende Ausstellung über das junge jüdische Mädchen Anne Frank, das im Konzentrationslager starb, steht jedem bis 2. Mai während der Öffnungszeiten der Schule offen. Wer eine Führung möchte, kann dies im Schulbüro vereinbaren.
Die Ausstellung erzählt die Geschichte von Anne Frank vor dem Hintergrund des Holocausts und des Zweiten Weltkriegs. Zu sehen sind Bilder von Annes Kindheit in Frankfurt und Amsterdam, außerdem werden der Aufstieg der Nazis, die Judenverfolgung und die Reaktion der Bevölkerung geschildert.
Im Rahmen der Ausstellung besucht Eva Maria Gintsberg am 3. April um 19:30 noch einmal das Gymnasium. Erzählt wird, mit musikalischer Untermalung von Stefan Manges, die Geschichte „Selma. Ein jüdisches Mädchen“.
Selma Merbaum wird oft auch als zweite Anne Frank bezeichnet. Sie war, ebenso wie Frank, eine leidenschaftliche Schreiberin und liebte die Musik. Selma Merbaum starb ebenfalls in einem der Todeslager der Nationalsozialisten. (wo, TT)
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