TT-Interview

Wacker-Kapitän Freitag: „Wir müssen den Kampf annehmen“

Wacker-Kapitän Christoph Freitag weiß, dass der Abstiegskampf auch Kopfsache ist.
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Christoph Freitag ist Kapitän und nicht zuletzt dienstältester Spieler (seit Juli 2015) im Kader des FC Wacker Innsbruck. Vor dem Auftakt in Hartberg (Samstag, 17 Uhr) krempelt „Fri“ die Ärmel hoch.

Wie ist die Stimmungslage nach der Länderspielpause und vor dem wichtigen Auftakt in die Quali-Gruppe?

Christoph Freitag: Die Stimmung ist ganz gut. Wir arbeiten hart und haben einen klaren Plan. Wir freuen uns, dass es losgeht, und hoffen, dass wir es gleich zeigen können. Der frische Wind aus dem Trainerteam hat uns gutgetan. Und jeder will in den intensiven Trainings zeigen, dass er spielen kann.

Der FC Wacker startet als Letzter in den Abstiegskampf. Nur zehn Spiele bleiben übrig, um den Klassenerhalt zu sichern. Ist dieser große Druck spürbar?

Freitag: Natürlich sind wir in einer Lage, in der wir niemals sein wollten. Aber der Druck hält sich noch einigermaßen in Grenzen, weil ja alles eng beieinander ist.

Das erste Match gegen Hartberg ist dennoch gleich von immenser Bedeutung, schließlich haben die Steirer fünf Zähler mehr . . .

Freitag: Das ist Fakt, aber ich denke, dass alle zehn Spiele sehr wichtig sein werden.

Für den Klassenerhalt muss man auch die Torsperre brechen. Seit 370 Minuten warten die FCW-Fans auf einen Treffer. Wie geht man mit dieser Tatsache um?

Freitag: Natürlich ist das auch Kopfsache. Aber ich bin mir sicher: Wenn wir hart arbeiten und das Glück erzwingen, dann fällt wieder einer hinein. Und dann löst sich der Knoten.

Im Abstiegskampf steigt in der Regel die mentale Belastung. Hat der FC Wacker genügend Leader, die den Karren ziehen können, oder versteht man sich untereinander fast schon zu gut?

Freitag: Wir haben ein gutes Klima in der Mannschaft und eine flache Hierarchie, aber das ist mittlerweile bei sehr vielen Teams so. Die Alten, die früher auf den Tisch gehaut haben, gibt’s in der Form nicht mehr.

Im sportlichen Überlebenskampf wird auch oft davon gesprochen, dass man „Krieger“ braucht …

Freitag: Ich weiß. Und ich denke, wir haben genug gute Charaktere in der Mannschaft, die andere mitziehen können. Da sind wir Routiniers gefordert. Wir müssen den Kampf annehmen und sofort dagegenhalten.

In der letzten Saison hat man nach einem 2:0-Auftakterfolg in Hartberg in Liga zwei einen Titellauf gestartet. Werden da gute Erinnerungen wach?

Freitag: Der Boden ist uns schon einmal gelegen. Wichtig wird sein, dass wir unsere Leistung auf den Platz bekommen. Natürlich wäre ein Auftaktsieg und ein folgender Lauf wünschenswert.

Macht man sich zur Stunde auch Gedanken über die eigene Zukunft (Freitags Vertrag läuft im Sommer aus, Anm.)?

Freitag: Das ist immer ein Thema, aber ich glaube, dass der Verein zeitnah die Gespräche suchen wird. Das größte Ziel muss es für jeden Einzelnen sein, den Verein in der Liga zu halten. Denn dann schaut es auch für jeden besser aus – egal ob er dann in Innsbruck bleibt oder woanders eine Chance erhält.

Das Gespräch führte Alex Gruber

Grumser will fiebrig durchbeißen

Innsbruck — Wacker-Coach Thommy Grumser, an dessen professioneller Einstellung keinerlei Zweifel bestehen, ging gestern in Deckung — mit Fieber hütete der 39-Jährige das Bett, um heute in den Bus nach Hartberg steigen zu können. Schon während der Länderspielpause war der eine oder andere Wacker-Kicker (Harrer, Dedic, Buchacher ?) erkrankt. Eine Grippe macht leider auch vor dem Abstiegskampf nicht Halt.

Mit dem Slogan „viel Praxis, weniger Theorie" bewegte sich der FC Wacker gestern Nachmittag mit 23 Kaderspielern (20+3 Torhüter) dem Start der Quali-Gruppe entgegen. Stefan Meusburger stieg nach seiner Gehirnerschütterung zwar wieder ins Mannschaftstraining ein, das Match bei seinem Ex-Klub kommt aber dennoch zu früh. Neben zwei anderen Ausfällen (Buchacher, Hupfauf) muss Coach Grumser drei weitere Akteure aus dem Aufgebot streichen. Die taktische Ausrichtung geht wohl in Richtung eines 4-3-3-Systems. (lex)