Illegale Kälbertransporte: Jetzt hagelt es Anzeigen

Der Verein gegen Tiertransporte (VGT) bringt Anzeige wegen Amtsmissbrauchs und Tierquälerei gegen Veterinäramt und zuständigen Amtstierarzt der Stadt Salzburg ein.

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Jährlich werden mehrere Millionen Tiere aus der EU tausende Kilometer weit transportiert.
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Bergheim - Ein vom Verein gegen TiertransporteVGT dokumentierte Kälbertransport (TT.com berichtete) von Bergheim nach Vic in Spanien war — inklusive der Be- und Entladezeiten — rund 22 Stunden unterwegs.

Der VGT zeigte unter anderem, wie der Kälbertransporter, statt eine offizielle Versorgungsstation für Tiertransporte anzufahren, einfach eine Pause am Seitenstreifen der Autobahn einlegte (Videobeweis des VGT). Laut dem Amtstierarzt gehe das in Ordnung, da die jungen Saugkälber Trinknippel und Wasserversorgung zur Verfügung hätten. Experten und das offizielle „Handbuch Tiertransporte" des Bundesministeriums für Gesundheit halten allerdings fest: „Nur Fahrzeuge, die mit Eimern und verformbaren Saugern ausgestattet sind, sollten als zweckmäßig gelten." Eine reine Wasserversorgung sei ebenfalls als unzureichend ausgewiesen: „Vor oder während des Transports sollte die zuständige Behörde systematisch untersuchen, welche Vorkehrungen getroffen wurden, damit sichergestellt ist, dass die Tiere in den Ruhepausen Elektrolytlösungen oder Milchaustauscher erhalten." Damit widerspricht der Gesetzgeber den Aussagen des zuständigen Amtstierarztes. (ORF Report vom 26.3.).

„Wenn hier systematisch Gesetze verbogen und die Augen bei offensichtlichen Übertretungen zugedrückt werden, dann leiden nicht nur die Tiere," erklärt VGT-Kampagnenleiter Tobias Giesinger. Es sei in dem Fall sogar zu vermuten, dass den marktbeteiligten Unternehmen wissentlich ein ungerechtfertigter Vorteil verschafft wurde. „Wir sprechen hier nicht von Lappalien, sondern von Straftaten, die — wenn sie sich bestätigen — mitunter zu mehrjährigen Haftstrafen führen können", so Giesinger abschließend. (TT.com)

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