Einstiger Landesbeamter gab erfundenen Raub zu Protokoll
Wie bedenklich die Einstiegsdroge Cannabis wirken kann, zeigte am Landesgericht ein Prozess um falsche Beweisaussage und Verleumdung. Über z...
Wie bedenklich die Einstiegsdroge Cannabis wirken kann, zeigte am Landesgericht ein Prozess um falsche Beweisaussage und Verleumdung. Über zwölf Jahre hatte ein einstiger Landesbeamter „gekifft“, verlor darauf seine Stellung und war letztlich beim Kokain gelandet. Heute ist der Mann ein Fall für die stationäre Drogentherapie – nur knapp entrann er gestern der stationären Unterbringung in der Justizanstalt. Letzten Juli hatte der Oberländer eine Streiterei bei einem Kokaingeschäft nämlich nicht nur als Raub im Stiegenhaus zu Protokoll gegeben, sondern bei der Kriminalpolizei auch noch einen Italiener per Bild als Täter identifiziert. Erst Monate später hatte dies der nun Angeklagte richtiggestellt. Nicht nur angesichts fünf Jahren Strafandrohung zeigte sich der Angeklagte ehrlich geknickt. Verteidiger Rudolf Kathrein zu Richterin Helga Moser: „Frau Rat! Hier hörten Sie gerade den Paradefall eines reumütigen Geständnisses!“ Und obwohl es bei solchen „Delikten gegen die Rechtspflege“ eigentlich nur unbedingte Strafen gibt, verhängte Richterin Moser zu 960 Euro Geldstrafe vier Monate Haft nur bedingt.
Einen langen Weg der Integration hat wohl noch ein im Unterland aufhältiger Syrer vor sich. Der 25-Jährige hatte im Herbst mit 13 bis 14 Jahre alten Schülerinnen Kontakt geknüpft. Das anfänglich harmlose Herumgerede hatte letztendlich in Drohungen verwerflichster Natur geendet. Nachdem er gestern am Landesgericht erst die Dolmetscherin abgelehnt hatte, bestritt der Asylwerber, den Mädchen je gedroht zu haben. Insgesamt sechs Kinder und Jugendliche gaben dies als Zeugen aber widerspruchsfrei wieder. Einem der Mädchen hatte der Mann zudem Bilder mit sexuellem Inhalt geschickt. Zur Urteilsverkündung über 960 Euro Geldstrafe (640 Euro unbedingt) wollte der Verurteilte nicht aufstehen. (fell)