Wer zu bequem ist, hat dann vielleicht den Salat

Beim VKI-Test konnten essfertige Salate nicht überzeugen. Die AGES relativiert das Keim-Problem. Einige Tipps sollte man trotzdem beachten.

Essfertiger Salat aus dem Beutel ist eine schnelle Ess-Lösung, nicht immer aber die gesündeste.
© iStockphoto

Von Theresa Mair

Innsbruck –Sackerl auf, ab in die Schüssel, Marinade drauf. Voilà, da hat man den vorgeschnittenen Salat aus dem Geschäft. Die Alternative: Salatkopf kaufen, die äußeren Blätter verwerfen und die restlichen waschen, in mundgerechte Stücke zupfen, marinieren und – voilà – da hat man den Salat. Für die zweite, althergebrachte Zubereitungsart braucht man drei oder vier Minuten länger. Dafür ist man auf der sicheren Seite.

Ein aktueller Labortest von abgepackten Salaten des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) legt nämlich nahe, dass diese Salate allesamt besser im Kompost als auf dem Teller landen sollten. Acht verzehrfertige Salate wurden am letzen Tag des Mindesthaltbarkeitsdatums auf die Keimbelastung untersucht. Drei der Packerlsalate aus Supermarkt und Discounter fielen aufgrund der hohen Belastung mit Schimmelpilzen, Bakterien und Hefen komplett durch, die anderen fünf erhielten bestenfalls die Note „Weniger zufriedenstellend“.

Appetitlich klingt das nicht. „So fürchterlich schlimm, wie beim VKI-Test herausgekommen ist“, sei die Lage des Packerlsalats aber nicht, findet Werner Windhager, Sprecher der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES). In Schwerpunktaktionen führt die Behörde routinemäßig Untersuchungen von rohem Obst und Gemüse durch. 2018 konnten beim Test von 75 Obst- und Gemüseproben keine krankmachenden Verunreinigungen festgestellt werden. 2016 wiesen hingegen „19 von 55 Proben eine leichte bis sehr starke Verkeimung auf“, wobei die Hauptbelastung nicht am Salat, sondern bei vorgeschnittenen Melonen lag, die zum Teil sogar als für den Verzehr als ungeeignet beanstandet wurden.

Wie auch immer, wer auf Sackerlsalat nicht verzichten möchte, sollte sich einiger Punkte bewusst sein.

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1Kühlen Kopf bewahren: Geschnittener Salat mag es kalt und ist auf eine lückenlose Kühlkette (+2 bis +4°C) bis zum Konsumenten angewiesen. Trotz Kühlung sind sie aber nicht vor schnellem Verderb und Verunreinigung mit Keimen gefeit. „Küchenfertige Salatmischungen, aber auch vorgeschnittenes Obst, die Tage zuvor geschnitten, gewaschen und verpackt wurden, gehören zu den leicht verderblichen Lebensmitteln“, so die AGES. Üblicherweise könne von einer Haltbarkeit von fünf Tagen ausgegangen werden.

Ist es zu warm, bildet sich im Sackerl Kondenswasser und die Keime vermehren sich, was für den Verbraucher nicht lustig ist. Die meisten Erreger (z. B. Escherichia coli, Noroviren, Hepatitis A, Campylobacter) können Durchfall­erkrankungen auslösen. Sehr selten verursachen Verunreinigungen, etwa mit Salmonellen, Listerien oder STEC/VTEC, auch schwere Krankheiten.

2Hausverstand einschalten: Sobald der Schnittsalat faul oder gärig riecht oder einzelne Blätter matschig sind, ist der gesamte Sackerlinhalt ein Fall für die Tonne. „Die Keime sind überall, auch wenn man sie nicht sieht“, sagt Windhager. Hier ist der Salatkopf klar im Vorteil. Denn die Keime sitzen außen, mit dem Entfernen der äußeren Blätter und gründlichem Waschen ist es getan. Vorgeschnittener Salat hat mehr Oberfläche, an der Keime anhaften können. Waschen vor dem Essen helfe zwar etwas, bewirke aber nicht mehr die Welt, wie Windhager erklärt. VKI-Ernährungsexpertin Nina Siegenthaler rät Schwangeren, älteren und geschwächten Menschen, auf essfertigen Salat zu verzichten.

3 Rasch verzehren: Beim Packerlsalat ist es ausnahmsweise angebracht, das Mindesthaltbarkeitsdatum als Ablaufdatum zu betrachten. „Nach dem Ablauf des aufgedruckten Mindesthaltbarkeitsdatums sollte man Schnittsalat in jedem Fall nicht mehr essen“, sagt Siegenthaler. Die VKI-Projektleiterin rät auch dazu, angebrochene Salate nicht aufzuheben. „Denn bei geöffnetem Beutel vermehren sich Keime besonders schnell.“


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