Suizid-Aufrufe bei „Gelbwesten“-Protesten: Untersuchung eingeleitet

Paris (APA/dpa) - Ein Video mit Suizid-Aufrufen an die Polizei sorgt nach erneuten „Gelbwesten“-Protesten in Frankreich für Empörung. Die St...

Paris (APA/dpa) - Ein Video mit Suizid-Aufrufen an die Polizei sorgt nach erneuten „Gelbwesten“-Protesten in Frankreich für Empörung. Die Staatsanwaltschaft leitete am Sonntag eine Untersuchung wegen Beleidigung von Amtspersonen ein.

Der Journalist Lucas Burel hatte während der Proteste am Samstag in Paris ein Video veröffentlicht, auf dem der Aufruf „Bringt euch um“ zu hören ist. Burel schreibt dazu, einige Demonstranten hätten das in Richtung der Polizei gerufen.

Zahlreiche französische Politiker verurteilten den Vorfall. Innenminister Christophe Castaner sprach von einer „Schande“, Nizzas Bürgermeister Christian Estrosi nannte den Vorfall „abscheulich“. „Dieser Hass auf die Polizei ist ideologisch und leider systematisch in den Reihen der Anarchisten“, erklärte die Rechtspopulistin Marine Le Pen.

Frankreich ist derzeit alarmiert wegen einer extrem hohen Zahl von Suiziden in den Reihen der Polizei. Castaner hatte jüngst eine bessere psychologische Betreuung der Beamten angekündigt.

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Journalisten beklagen, dass während der Demonstrationen am Samstag Reporter festgenommen worden seien. „2 unabhängige Journalisten festgenommen und mehrere andere im Visier von Hartgummigeschoßen, obwohl sie eindeutig als Presse identifiziert wurden“, teilte die Organisation Reporter ohne Grenzen mit.

„Wenn Journalisten festgenommen werden - was passieren kann -, werden sie natürlich nicht in ihrer Eigenschaft als Journalisten festgenommen, sondern wegen der festgestellten Straftaten“, sagte Innenminister Castaner der französischen Nachrichtenagentur AFP.

Bei den „Gelbwesten“-Demonstrationen am Samstag war es erneut zu Ausschreitungen gekommen - Fahrzeuge und Autos gingen in Flammen auf. Die Bewegung demonstriert seit Mitte November gegen die Reformpolitik von Präsident Emmanuel Macron.


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