Alpine Trailrun Festival: Von Wetterglück bis Schweinehund

Über 3000 Läufer stellten sich am Samstag den Wegen des Innsbruck Alpine Trailrun Festivals – einer davon führte Hallvard Schjolberg (NOR) zum Sieg.

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Über 3000 Läufer waren beim Alpine Trailrun Festival am Start.
© Amir Beganovic

Von Roman Stelzl

Innsbruck – Leichter Nieselregen am Landestheaterplatz. Kurz nach sieben Uhr morgens. Über 1200 gut vorbereitete Läufer verfolgen auf einer Leinwand die Anweisungen, ein verpflichtendes Vorprogramm beim Innsbruck Alpine Trailrun Festival. Für die, die aus weniger (25,4 Kilometer) mehr machen wollen. Und für die, die aus mehr (67,5 km) ganz viel machen wollen. Kurz vor dem Start um acht Uhr wird das Gepäck kontrolliert. Sicheres und versichertes Sportvergnügen steht über allem.

Während sich die Massen durch die Altstadt in Richtung Höttinger Bild aufmachen, sind die Härtesten unter der Sonne, die sich bis Mittag mehr und mehr zeigt, schon vier Stunden auf dem Weg. Es ist die Elite. Keine 300 unter den insgesamt über 3000 gemeldeten Läufern, die beim Ultratrail (K85) über etwa 87 Kilometer mehr als nur den inneren Schweinehund gegen sich haben. Ein Grenzgang für Kopf und Muskeln.

Der Beste unter ihnen, der Norweger Hallvard Schjolberg, wird nach 8:37:01 Stunden wieder in Innsbruck eintreffen. Das macht nach Adam Riese etwa 10,1 km/h im Schnitt. Und das mit über 3600 Höhenmetern. „Eine unfassbare Leistung“, staunt Organisator Alexander Pittl im Ziel, „Der war beim Mont-Blanc-Ultratrail Vierter. Wenn man überlegt, was der für eine Zeit läuft, einfach grandios.“ Jimmy Pellegrini (ITA) kam auf Rang zwei, der Wahl-Innsbrucker Benjamin Bublak wurde Dritter.

Zu der Zeit waren auch die letzten Läufer des teilnehmerstärksten K25 am Natterer See angekommen und genossen die Sonnenstrahlen, während sich die Marathon-Gruppe (K42) auf ihren mittäglichen Einsatz vorbereitete. Jene, die sich der 67,5 Kilometer langen Strecke stellten, durften am Buffet nur kurz zulangen – denn es warteten noch über 40 Kilometer. Als Erster kam der Österreicher Marcus Burger in 6:03:47 Std. ins Ziel.

Fabelzeiten, die für fast alle Teilnehmer ebenso unwichtig waren wie die Schlechtwetterprognosen. „Ich habe doch einen guten Draht zum Petrus“, scherzte Pittl noch während die Läufer auf der Strecke waren (offizieller Zielschluss war 23.30 Uhr). Und nach einer offenbar gut verlaufenen fünften Auflage schloss der OK-Chef mit stolz geschwellter Brust: „Wir sind der Wien-Marathon unter den Trailrun-Läufen. Das war großartig.“ Die Wolken, die dann am Himmel aufzogen, haben keinen Symbolkraft. Denn schon im kommenden Jahr gibt es wohl den 100-Kilometer-Lauf. Denn Platz ist auf den Wegen rund um Innsbruck genug. Für Sportler. Und für Ideen.

Alpine Trailrun Festival - Ergebnisse

K85: Herren: 1. Schjolberg (NOR) 08:37:01 Stunden, 2. Pellegrini (ITA) 8:50:29, 3. Bublak (AUT) 8:52:10. Damen: 1. Balmanno (AUS) 10:24:33, 2. Schnabl (AUT) 10:47:40, 3. Zimmermann (SUI) 11:19:15.

K65: Herren: 1. Burger (AUT) 6:03:47, 2. Höche (GER) 6:04:42, 3. Couto (ESP) 6:08:38. Damen: 1. Manivoz (FRA) 6:38:28, 2. Eckerstorfer (AUT) 7:02:24, 3. Mertova (CZE) 7:06:30,1.

K42: Herren: 1. Becker (SUI) 3:09:24, 2. Postl (AUT), 3. Roach (GBR). Damen: 1. Steuri (SUI) 3:50:57, 2. Vasinova (CZE), 3. Wurmsam (GER).

K25: Herren: 1. Gröll (AUT), 2. Zeus (GER), 3. Gartner (ITA). Damen: 1. Kaspersen (NOR), 2. Koblmüller (AUT), 3. McCartney (GBR)


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