Kolbenbruch führte zum Stillstand der Achenseebahn

Die Ursache für den Totalausfall der Achenseebahn ist gefunden. Alle relevanten Vorschriften sollen vorab eingehalten worden sein.

Die Lok musste nach dem Kolbenbruch geborgen werden.
© zoom.tirol

Von Angela Dähling

Jenbach –Ein Kolbenbruch ist der Grund dafür, dass die Achenseebahn am 1. Mai an der Steilstrecke Fischl nicht mehr weiterfahren konnte und der Betrieb bis auf Weiteres eingestellt werden musste. Das bestätigt Bahn-Geschäftsführer Georg Fuchshuber. Er erklärt, dass die Kolbenstange erneuert worden war und mit dem Kolben verlötet wurde. Es kursieren Gerüchte in Jenbach, wonach dabei nicht fachgerecht vorgegangen worden und eisenbahnrechtliche Formalitäten möglicherweise nicht eingehalten worden sein sollen. Fuchshuber weist diese Behauptungen auf das Entschiedenste zurück.

„Die Verbindung mit dem Kolben wurde extern material­technisch geprüft. Die TÜV-Abnahme für die Verbindung geschah vor Umsetzung der Maßnahme“, sagt Fuchshuber. Zudem habe es einen Zerstörungsversuch im Beisein des Prüfers gegeben. „Das Werkstück hielt, aber die Prüfmaschine nahm Schaden“, erklärt er. Sämtliche Prüfverfahren – in die auch ein laut Eisenbahngesetz so genanntes §40-Organ einbezogen wurde – hätten keinen Hinweis auf Probleme gegeben, weshalb die Maßnahme als technisch sicher bezeichnet worden sei. Aufgrund der positiven Prüfbescheinigungen sei die Bahn freigegeben worden. Es habe auch eine Probefahrt und eine Bremsprobe gemäß der Betriebsvorschriften der Achenseebahn gegeben, wonach über die Steilstrecke nur mit zwei Waggons gefahren werden dürfe.

„Niemand hat damit rechnen können, dass was passiert“, sagt Fuchshuber. Drei Loks sind nach dem System umgebaut worden, die vierte sei die älteste Lok, bei der die Revision noch länger dauere. Seitens der zuständigen Behörde im Amt der Tiroler Landesregierung wird bestätigt: „Alle relevanten Vorschriften wurden eingehalten und es gab zu keinem Zeitpunkt Gefahr für Leib und Leben“, erklärt Gudrun Reymann von der Abteilung Verkehrsrecht. Es habe keinen behördlichen Handlungsbedarf gegeben und gewisse über ein Jahr alte Versäumnisse seien in Abstimmung mit der Behörde aufgearbeitet worden, sagt Reymann mit Verweis auf die renommierten Betriebsleiter, die nun bei der Achenseebahn tätig seien.

Laut Fuchshuber versucht man, die Bahn bis 18. Mai durch eine andere Verbindung von Kolben und Kolbenstange fahrtauglich zu machen. Die neuerlich nötige Prüfung und Abnahme brauche halt wieder ihre Zeit.

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