Berlin-Anschlag - Mutmaßlicher Amri-Helfer sitzt in Tunesien in Haft

Berlin (APA/AFP/dpa) - Der aus Deutschland abgeschobene mutmaßliche Helfer des Weihnachtsmarkt-Attentäters Anis Amri, Bilel Ben Ammar, sitzt...

Berlin (APA/AFP/dpa) - Der aus Deutschland abgeschobene mutmaßliche Helfer des Weihnachtsmarkt-Attentäters Anis Amri, Bilel Ben Ammar, sitzt in Tunesien in Haft. Das teilte das tunesische Außenministerium der deutschen Botschaft in Tunis in einem Schreiben mit, das deutschen Medien vorlag. Bisher war der Aufenthaltsort Ben Ammars, den der Amri-Untersuchungsausschuss als Zeugen vernehmen will, unbekannt.

Mehrere oppositionelle Parlamentsabgeordnete forderten die deutsche Regierung am Donnerstag auf, dafür zu sorgen, dass Ben Ammar möglichst bald als Zeuge für den U-Ausschuss vernommen werden kann. Ob dies in Deutschland oder Tunesien erfolgen wird, ist noch offen.

„Wer im Megatempo relevante Personen abschieben kann, muss auch den gleichen Einsatz zeigen, wenn diese Personen dann als Zeuge für unseren Ausschuss gebraucht werden“, sagte FDP-Obmann im Untersuchungsausschuss, Benjamin Strasser, der AFP.

Ben Ammar war am 1. Februar 2017 - nur sechs Wochen nach dem Anschlag in Berlin -aus der Untersuchungshaft nach Tunesien abgeschoben worden. Nach Angaben des deutschen Innenministers Horst Seehofer hatte ihm keine Tatbeteiligung an dem Anschlag Amris auf dem Berliner Breitscheidplatz nachgewiesen werden können, bei dem am 19. Dezember 2016 zwölf Menschen getötet worden waren. Vor allem die Opposition kritisierte die schnelle Abschiebung scharf und argumentierte, dass Ben Ammar vielleicht einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung leisten könnte. Die Grünen kritisierten seine Vernehmung durch das Bundeskriminalamt (BKA) als „lieblos“.

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Der Untersuchungsausschuss des Bundestags soll Behördenfehler vor und nach dem Anschlag aufklären.


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