Türkisches Gericht verurteilte Drahtzieher von Attentat in Reyhanli

Reyhanli/Ankara (APA/AFP) - Sechs Jahre nach einem tödlichen Anschlag in der Grenzstadt Reyhanli hat ein Gericht in der Türkei den mutmaßlic...

Reyhanli/Ankara (APA/AFP) - Sechs Jahre nach einem tödlichen Anschlag in der Grenzstadt Reyhanli hat ein Gericht in der Türkei den mutmaßlichen Drahtzieher zu lebenslanger Haft verurteilt. Yusuf Nazik wurde am Montag von einem Gericht in Ankara der „Tötung von 52 Menschen in terroristischer Absicht“ und eines Angriffs auf die „Integrität des Staats“ für schuldig befunden, meldete die Nachrichtenagentur DHA.

Der Mann sei zu 53 Mal verschärfter lebenslanger Haft verurteilt worden. Bei dem Doppelanschlag an der syrischen Grenze waren am 11. Mai 2013 insgesamt 52 Menschen getötet worden. Die Türkei beschuldigte damals die linksextreme türkische Gruppierung Avcilar, das Autobombenattentat im Auftrag des syrischen Geheimdiensts verübt zu haben. Damaskus bestritt jedoch jede Verwicklung. Das Attentat erschütterte die Türkei, da es die Gefahr eines Übergreifens des syrischen Bürgerkriegs zeigte.

Nazik wurde im vergangenen September bei einem Einsatz des türkischen Geheimdiensts in der syrischen Küstenstadt Latakia festgenommen. Der Einsatz war bemerkenswert, da Latakia eine Hochburg des syrischen Machthabers Bashar al-Assad ist, mit dem die Türkei seit Beginn des Bürgerkriegs 2011 verfeindet ist. Im Verhör in der Türkei gab Nazik an, im Auftrag des syrischen Geheimdienstes gehandelt zu haben.

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