„Im Sozialbereich braucht’s kleine, günstige Wohnungen“

Vizebürgermeister Stefan Krismer wurde als neuer Baureferent der Stadt Imst bestätigt. Die Zukunft des Kapuziner-Areals entscheidet sich bald.

Das Kapuziner-Kloster steht im Eigentum der Diözese und seine künftige Nutzung sollte bis zum Sommer erarbeitet werden.
© Paschinger

Imst –Am Dienstag wurde der Imster Vizebürgermeister Stefan Krismer zum neuen Obmann im Bauausschuss­ gewählt – er tauscht damit die Position mit BM Stefan Weirather als seinen neuen Stellvertreter ab. Wie berichtet, war der Rückzug von AK-Vizepräsident Christoph Stillebacher aus der Stadtpolitik die Ursache für diese Rochade. Doch es hatte im Vorfeld auch Kritik der FPÖ gegeben, dass mit Krismer zwar ein fachlich kompetenter Mann, aber auch ein Geschäftsführer einer Imster Wohnbaugesellschaft in diese Position gehievt werde. Weirather und Krismer verteidigten den Abtausch ihrer Positionen im Bauausschuss, am Dienstag wurde der Wechsel mit der Wahl besiegelt.

Die TT sprach mit dem neuen Baureferenten über die wichtigsten Themen:

1Was den Wohnbau betrifft, wird zwischen dem sozialen und dem privaten unterschieden. „Keine konkrete Sättigung des Marktes“ kann er dabei im privaten Wohnbausektor erkennen: „Schöne“ und „zentrumsnahe Projekte“ hätten ihre Abnehmer. Was es allerdings bräuchte, das seien alte, kleine und billige Wohnungen im Sozialbereich, deren Bedarf angesichts der Single-Haushalte und Scheidungen steige. „Die größeren Wohnungen sind hingegen relativ teuer“, weiß Krismer.

2Ein großes Thema der Stadtentwicklung ist auch die Zukunft des Kapuziner-Klosters. Es gebe bereits ein Widmungsansuchen der Diözese, die das Areal gekauft habe. Dieses Ansuchen sehe eine gemischte Nutzung vor und bestehe einerseits aus einer Sonderflächenwidmung um die Kirche und das Kloster sowie dem Ansinnen, den anderen Teil in die umgebende Kernzone einfließen zu lassen. „Noch ist das Ganze aber nicht klar definiert“, betont Krismer. Immerhin ist auch eine Arbeitsgruppe mit Diözese und Stadtgemeinde eingerichtet, die bis zum Sommer ihre Ergebnisse vorlegen sollte. Für die Gemeinde stehe aber fest, dass „die Flächen nicht hinter Klostermauern verschwinden, sondern für die Allgemeinheit geöffnet werden sollen“.

3Immer wieder wird auch Kritik am Verschwinden des Alten Imst geübt. Dabei geht es darum, dass alte Bausubstanz Neubauten weichen muss. In diesem Zusammenhang müsse man zwei Dinge beachten, erklärt der Baureferent: „Was den Schutz für wichtige Gebäude betrifft, ist dieser beim Denkmalschutz angesiedelt“, hält er fest. Wenn andererseits die Eigentümer zwischen Erhalt und Neubau abzuwägen haben, „müsste es in Richtung einer Förderung gehen“. Seitens der Stadt sei derzeit keine generelle Unterstützung dafür vorgesehen, erklärt Krismer, auch wenn er das grundsätzlich befürworten würde. Es gebe aber bereits „ein paar Maßnahmen“. Und „anlassbezogen könnte man immer agieren“. (pascal)


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