Doping: NADA mit fast 3.000 Dopingkontrollen 2018 - WADA stärken

Wien (APA) - Die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA Austria) hat im Jahr 2018 insgesamt 2.934 Dopingkontrollen durchgeführt. Das waren deut...

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Wien (APA) - Die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA Austria) hat im Jahr 2018 insgesamt 2.934 Dopingkontrollen durchgeführt. Das waren deutlich weniger als 2017 mit 3.224, allerdings waren damals auch wegen der Biathlon-, Beachvolleyball- und Rodel-WM in Österreich deutlich mehr bestellte Proben dabei. Es gab im abgelaufenen Jahr elf auffällige Analyseergebnisse und ein nicht analytisches Beweisverfahren.

Die Summe der Urin- und Blut-Proben des nationalen Programms betrug 2.215 und damit etwas mehr als 2017 mit 2.193. Am häufigsten kontrolliert waren mit jeder fünften Probe die Sportler des Österreichischen Skiverbands, gefolgt von den Fußballern. Im Bereich der Prävention und Information wurden 300 Schulungen durchgeführt, bald werden an 79 Fitnessstudios Anti-Doping-Gütesiegel verteilt worden sein.

2018 verfügte die NADA über ein Budget von 2,4 Millionen Euro. Die aktuellen Turbulenzen in der Regierung und der Rücktritt von Sportminister Heinz-Christian Strache betreffen die alltägliche Arbeit in der NADA nicht, versicherte Geschäftsführer Michael Cepic am Montag. Die finanzielle Absicherung sei gegeben.

Als eine der Konsequenzen nach der „Operation Aderlass“ sieht die NADA, dass man die Dopingkontrollplanung anpassen werde, das heißt, dass auch zeitnaher vor Bewerben Kontrollen durchgeführt werden sollen. „Die Kontrollabläufe müssen evaluiert werden. Es galt bisher als Gentlemen-Agreement, dass man drei, vier Stunden vor dem Bewerb nicht kontrolliert. Wenn man das weiterhin so macht, ist das dumm und ein Freibrief“, erklärte Cepic.

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Von der Zusammenarbeit mit dem designierten neuen WADA-Präsidenten, dem derzeitigen polnischen Sportminister Witold Banka, erwartet sich Cepic einiges, man stehe in Kontakt. Banka sei im November zu Gesprächen bei der NADA in Wien gewesen.

Die NADA Austria fordert in der Weiterentwicklung der Anti-Doping-Arbeit die Durchführung der Kontrollen bei Sportveranstaltungen von unabhängigen Institutionen (dass nicht zum Beispiel die FIFA bei der WM sich kontrolliert), weiters die Stärkung der WADA und Ausstattung mit Sanktionsmöglichkeiten (einen Verband bei einer Veranstaltung ausschließen können) sowie die Finanzierung des Anti-Doping-Programms durch den internationalen Sport (Prozentsatz von Fernsehrechten und Sponsorverträgen).

Und als letzter Punkt steht der Wunsch nach Einführung von Partnerprogrammen. Das heißt, schwächeren NADOS eine stärkere NADA zur Seite zu stellen, um die Chancengleichheit zu erhöhen. Damit es nicht mehr vorkommt, dass ein gut kontrollierter Sportler bei Olympia gegen einen antritt, der jahrelang nicht getestet worden ist.


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