Bezirk Kitzbühel

Zumindest zwölf Betten der Kinderstation in St. Johann bleiben

Freude am Ende des Tages: Gemeindeverbandsobmann Paul Sieberer (l.) und Landesrat Bernhard Tilg.
© Michael Mader

Die geplante Schließung am Bezirkskrankenhaus ist endgültig vom Tisch. Darüber hinaus soll eine Einheit für Altersmedizin aufgebaut werden.

Von Michael Mader

St. Johann i. T. –Die Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde wird auch künftig die Gesundheitsversorgung der Kinder und Jugendlichen im Bezirk Kitzbühel absichern. Das gab Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg gestern Nachmittag im Sitzungszimmer des Bezirkskrankenhauses bei einer Pressekonferenz mit Gemeindeverbandsobmann Paul Sieberer bekannt. Wie bereits am Samstag berichtet, sollen zumindest zwölf der derzeit 14 Betten bestehen bleiben.

Bei den Mitarbeitern des Krankenhauses und auch in der Bevölkerung des Bezirkes Kitzbühel ist Aufatmen angesagt: Als die geplante Schließung der Abteilung öffentlich wurde, hatte es einen gewaltigen Proteststurm gegeben. Sowohl der Betriebsrat des Krankenhauses als auch die SPÖ, die FPÖ und die Junge ÖVP sammelten Unterschriften gegen die Schließung, die Liste Fritz wollte das Aus mit einem Dringlichkeitsantrag im Landtag abwenden. Mehr als 20.000 Unterschriften kamen zusammen, die Sieberer vergangene Woche für die zweite so genannte Häuserrunde in Innsbruck überreicht bekam.

Der massive Widerstand dürfte offenbar auch Tilg überzeugt haben: „Der ursprüngliche Expertenvorschlag ging von einer Zusammenführung mit Kufstein aus. Mir ist es wichtig, dass die Kinder und Jugendlichen auch zukünftig in der Region eine rasche und bestmögliche Behandlung erfahren“, sagte der Gesundheitslandesrat gestern.

Sieberer, der die vielen Unterschriften als Stärkung bezeichnet, zeigt sich sichtlich erfreut über den Meinungsschwenk: „Mit seiner Entscheidung hat der Gesundheitslandesrat gezeigt, dass er die schlüssige Argumentation unserer Experten im Bezirkskrankenhaus St. Johann und das Anliegen der Bevölkerung ernst genommen hat.“

Das Bezirkskrankenhaus soll darüber hinaus nicht nur ein Kompetenzzentrum im Bereich der Orthopädie bleiben und wird eine Einheit für Akutgeriatrie und Remobilisation mit insgesamt 20 Betten und die Ausweisung von vier Betten für die Palliativversorgung erhalten.

Dieses Ergebnis des zweiten Häusergespräches wird der Landes-Zielsteuerungskommission des Tiroler Gesundheitsfonds zur Beschlussfassung vorgelegt. Dort sitzen Vertreter des Landes, des Bundes und der Sozialversicherung. Tilg, er ist dort Vorsitzender, geht davon aus, dass das Ergebnis dort auch abgesegnet wird: „Reformen brauchen ja auch einen Schlusskonsens.“