CAR-T-Zelltherapie - Novartis: Keine Absprachen über Abgeltung

Wien/Seitenstetten (APA) - Vergangene Woche ging es bei den Praevenire-Gesundheitstagen in Seitenstetten in Niederösterreich bei einem Exper...

Wien/Seitenstetten (APA) - Vergangene Woche ging es bei den Praevenire-Gesundheitstagen in Seitenstetten in Niederösterreich bei einem Expertengespräch auch um die Bezahlung sehr innovativer und kostenintensiver neuer Behandlungsformen. Dabei dreht es sich derzeit auch um die sogenannte CAR-T-Zelltherapie mit Listenpreisen von rund 320.000 Euro. Einer der Hersteller, der internationale Pharmakonzern Novartis, betonte am Dienstag in einer schriftlichen Stellungnahme, dass man weder direkt noch indirekt Preise mit anderen Unternehmen abstimme.

Aus Hintergrundinformationen der APA geht hervor, dass die zwei CAR-T-Zell-Hersteller mit ihren Angeboten zumindest gegenüber einem österreichischen Krankenhausträger trotz des hohen Preises und entsprechenden Verhandlungen nur minimal in den reklamierten Abgeltungen differierten. Man könnte die Frage stellen, inwieweit der Wettbewerb wirke. Dazu stellte Novartis fest, dass dies „unrichtig“ sei: „Die Preise von Arzneimitteln in Österreich unterliegen keiner freien Preisbildung, es findet weder eine direkte noch indirekte Abstimmung von Preisen zwischen Novartis und anderen Unternehmen statt.“

Für den Spitalbereich seien die Preise das Ergebnis von intensiven Verhandlungen oder Ausschreibungen mit den jeweiligen Krankenanstaltenträgern; für den niedergelassenen Bereich sind die Preise das Ergebnis eines Verwaltungsverfahrens beim Hauptverband der Sozialversicherungsträger, der aufgrund einer eingehenden und detaillierten Evaluation den Preis eines Arzneimittels festlege, damit dieses von den Sozialversicherungen erstattet wird, hieß es in der Stellungnahme unter anderem. Durch die starke Preisregulierung gehöre Österreich zu einem der europäischen Länder, welche die günstigsten Arzneimittelpreise aufwiesen.

Die CAR-T-Zelltherapie, bei der - derzeit bei sonst nicht mehr behandelbaren Blutkrebspatienten - Immunzellen entnommen, genetisch scharf gemacht und dem Kranken wieder verabreicht werden, ist allerdings von der Technik und den potenziell lebensgefährlichen Nebenwirkungen her keine Behandlungsform, welche in Österreich einer Beurteilung, Preisfestsetzung und möglichen Kostenerstattung durch die Krankenkassen im niedergelassenen Bereich unterliegen könnte. In Deutschland ist das anders. Die Preisverhandlungen der betroffenen österreichischen Krankenhausträger sind aber wahrscheinlich als eine Art Marktmechanismus zu beurteilen.

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Derzeit gibt es laut Hintergrundinformationen bei einem für Österreich wesentlichen Krankenhausträger von den beiden Anbietern (neben Novartis der US-Konzern Gilead) Angebote, die auf berechnete Kosten für einen Patienten von jeweils rund 260.000 Euro lauten. Zur Verhandlung stehen vor allem sogenannte „Pay-by-Performance“-Modelle, bei denen die Produzenten Preisrabatte geben, wenn die Therapie bei einem Patienten zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht wirkt.


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