„Grenzschilder“ sollen Euregio Gesicht geben

Die Euregio, also die Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino, ist für viele noch ein unklares Gebilde. Weder in den Köpfen angekommen, noch au...

LH Günther Platter will Euregio stärken.
© Landespresseagentur Südtirol

Die Euregio, also die Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino, ist für viele noch ein unklares Gebilde. Weder in den Köpfen angekommen, noch auf den ersten Blick nach außen als solche erkennbar. Das soll sich nun ändern. Bei der gestrigen Vorstandssitzung des Europäischen Verbundes für territoriale Zusammenarbeit (EVTZ) – sozusagen die institutionalisierte Europaregion Tirol – beschlossen die LH Günther Platter (Tirol), Arno Kompatscher (Südtirol) und Maurizio Fugatti (Trentino) in Franzensfeste die Einführung einer Art „Grenzschild“. In Bälde sollen an den jeweiligen „Außengrenzen“ der Region mehrsprachige Willkommensschilder auf den Übertritt in Euregio hinweisen. „Im Sinne einer gelebten Gemeinschaft ist das ein sichtbarer Ausdruck unserer Herzlichkeit, Stärke und unseres Zusammenhaltes“, verkündete Platter. So viel zur Bewusstseinsbildung.

Daneben ging es aber freilich auch noch um wirklich wichtige Probleme, wie – no na ned – den Lkw-Transit. Einhellig fordern die drei Landeshauptleute die Projektbetreiber der Zulaufstrecken zum Brennerbasistunnel sowie die zuständigen Ministerien auf, die Fördermöglichkeiten nicht nur auszuschöpfen, sondern sie bei der EU auch zu beantragen. Immerhin hat die EU-Kommission eine Kofinanzierung von 50 Prozent zugesagt.

Kostenlos grenzüberschreitend nutzbar sein werden die Öffis der Euregio an den Mobilitätstagen am 21. September sowie am 12. Oktober. An Letzterem wird Tirol auch die Präsidentschaft der Euregio von Südtirol übernehmen. Platter kündigte an, in dieser zweijährigen Amtszeit bereits viele Ideen und Projekte in petto zu haben, um „die Euregio noch stärker und näher zusammenzubringen“.

Dass von Armutsgefährdung insbesondere Frauen betroffen sind, darauf wiesen gestern SP-Nationalrätin Selma Yildirim und Landtagsabgeordnete Elisabeth Fleischanderl hin. Die beiden SP-Frauen fühlen sich auch durch eine von den Roten österreichweit in Auftrag gegebene Studie (über 500 online und per Telefon befragte Frauen), derzufolge „jede vierte Tirolerin Angst vor Armut hat“, bestätigt, wie Yildirim berichtet. Pensionistinnen und Alleinerzieherinnen wären hier besonders betroffen. Dass der Familienbonus Plus der inzwischen beendeten türkis-blauen Koalition nur zu einem Drittel Frauen zugute kommt, das, so Yildirim, habe sogar der Budgetdienst geschätzt. Dass die Mittel zum Ausbau der Kinderbetreuung bundesweit stagnieren würden, verschärfe die Lage für betroffene Frauen, lautet der rote Vorwurf. Wenn für den Familienbonus rund 1,5 Milliarden ausgegeben würden, für den nötigen Ausbau der Kinderbetreuung (EU-Empfehlung rund 1,2 Milliarden Euro pro Jahr), aber genau dieses Geld fehle, zeige das eindeutig die Priorität der bisherigen Koalition, so Yildirim. Fleischanderl forderte deshalb erneut „mehr Lohngerechtigkeit“: „Die Karenz darf kein Karrierestopp sein.“ (mami)


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