Verein Spur in Wörgl: “Es geht nicht immer nur um die Gewinnmaximierung“
Seit 20 Jahren bietet der Wörgler Verein „Spur – Pop für Erwachsene“ Konzerte abseits des Mainstreams. Ein Kampf für mehr Partizipation und Wertschätzung.
Von Jasmine Hrdina
Wörgl –Es waren gesellschaftspolitische Beweggründe, die eine Gruppe von Wörglern in den 80er-Jahren dazu brachte, den Verein „Nullpunkt“ ins Leben zu rufen, als „fast schon missionarischer Versuch, Leute wachzurütteln und von ihren TV-Geräten wegzulocken“, erinnert sich Günther Moschig. Bands, deren Musik abseits des Mainstreams einzuordnen war, fungierten damals als Köder – mit Erfolg.
Auch heute engagiert sich der Wörgler gemeinsam mit seiner Frau Birgit noch für Partizipation und Kommunikation und feiert dabei ein Jubiläum: Quasi als Nachfolgeverein der 80er-Bewegung wird Spur – Pop für Erwachsene heuer schon 20 Jahre alt. Musikgrößen wie Howe Gelb oder Jochen Distelmeyer fanden auf Einladung der Kulturinitiative bereits ihren Weg in die Unterländer Gemeinde. Auch Der Nino aus Wien sang bereits vor seinem Durchbruch zum 60-Jahr-Jubläum der Stadterhebung auf der legendären „Bruggnhocka“-Brücke in Wörgl, beehrte die Energiemetropole danach mehrere Male mit Konzerten.
Folk, Rock, Country, Blues – im Programm findet sich, was heute in die Schublade „Americana“ fällt und „abseits des Marketing-bestimmten Mainstreams existiert“, wie Moschig schildert, „mit dem Wissen, dass man damit keine Massen bewegen kann“.
Der Zuname des Vereins „Pop für Erwachsene“ spielt indes auf kulturtheoretische Erkenntnis an: „Popmusik ist heutzutage keine reine Jugendkultur mehr, sondern übergreift Generationen“, erklärt der studierte Kunsthistoriker. Das spiegle sich auch im Altersschnitt der Besucher wider, wenngleich es Konzerte mit Wohnzimmeratmosphäre bleiben. 20 bis 80 Gäste kommen im Schnitt zu den Gigs, die Karten kosten zwischen 15 und 20 Euro. Finanizell tragbar sei dies nur durch Förderungen von Stadt, Land und Sponsoren. „Anfangs war es schwierig, die Geldgeber in der Stadt zu überzeugen“, erzählt der Obmann, „aber heute erkennen sie den Wert und wissen das Angebot zu schätzen.“ Eine Entwicklung, die im Kulturbereich nicht selbstverständlich ist. „Es darf nicht immer nur um Gewinnmaximierung gehen, sondern um die Kreativität.“ Und die dürfen die Künstler bei Spur ausleben: Wie man hört, kann es nach den familiären Konzerten schon mal passieren, dass man sich die Nacht mit den Musikgrößen auf Du und Du in einer Jam-Session um die Ohren schlägt. Weitere Termine: www.spurpop.at.
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