Bezirk Kitzbühel

Kritik an Projekt „Hotel Alpenhof neu“ in Kirchberg wird größer

Die Pläne für den Alpenhof sorgen weiter für Aufregung.
© Angerer Harald

Nun stellen sich auch die Grünen und die FPÖ gegen das geplante Hotel „Alpenhof neu“ mit fast 500 Betten in Kirchberg.

Von Harald Angerer

Kirchberg –Die Pläne für das Hotel Alpenhof in Kirchberg sind derzeit in aller Munde. Das Hotel wurde im Vorjahr an einen neuen Eigentümer verkauft, dieser will den Betrieb von 93 auf 499 Betten aufstocken. Sowohl der Tourismusverband Brixental als auch einige Kirchberger Hoteliers hatten bereits wegen der Größe Bedenken angemeldet, die TT berichtete.

Nun bekommen sie Unterstützung vonseiten der Grünen und der FPÖ. „Die Vergangenheit hat uns gezeigt, dass solche Hotelmegaprojekte dem regionalen Tourismus schaden. Für so manchen Bürgermeister können diese Projekte auf den ersten Blick zwar die Gemeindekassen klingeln lassen, doch die schon lange eingesessenen Betriebe haben dann noch mehr zu kämpfen“, äußert der grüne Tourismussprecher Georg Kaltschmid seine Bedenken. Von der Einschätzung, dass durch die Aufstockung von 93 auf 500 Betten neue, internationale Gäste angelockt werden, hält der grüne Landtagsabgeordnete nicht viel: „Die Gäste werden dadurch nicht mehr und die Bettenburgen greifen auf Dumpingpreise zurück, um ihre Zimmer voll zu bringen. Heimische Betriebe halten dem Preisdruck nicht stand. Die Folge: Die Wertschöpfung in der ganzen Region sinkt“, argumentiert Kaltschmid.

Dass der Aufsichtsrat des Tourismusverbands einstimmig gegen die Aufstockung stimmt, begrüßt Kaltschmid, und er hofft, dass die Bedenken der heimischen Hotelbetriebe und des Tourismusverbands bei Bürgermeister Helmut Berger (SPÖ), „der gegen alle Kritik am Projekt festhält“, doch noch Gehör finden.

Für den FPÖ-Tourismussprecher Alexander Gamper ist die Causa Alpenhof „signifikant für die Fehlentwicklung des Tourismus im Bundesland Tirol“, wie er in einer Aussendung wissen lässt. Er sieht eine massive Überlastung eines Großteils der Tiroler Bürgermeister und zahlreicher Gemeinderäte bei derartigen großen Projekten. Deshalb sollte für solche Widmungen in Zukunft das Land und nicht mehr die Gemeinden zuständig sein, fordert Gamper.