Die Zukunft der Specktradition in Haiming
Handl-Standort Haiming feiert einjähriges Bestehen, wobei weitere Investitionen folgen sollen.
Von Thomas Parth
Haiming, Pians –Seit gut einem Jahr produziert Handl Tyrol an seinem neuen Standort in Haiming Speckwaren, nicht zuletzt für den Export. „Wir haben hier im Betrieb rund 60 Millionen Euro investiert“, zeigt Geschäftsführer Karl Christian Handl auf. Dabei hätten die Planungsarbeiten doppelt so lange gedauert wie die 18-monatige Bauzeit.
„Wir haben uns für den Ausbau unserer Produktionsstätte entschieden, um den neuen Produktionstechnologien gerecht zu werden und um neue Exportmärkte erschließen und bedienen zu können“, informiert Handl. Als Zukunftsmärkte bezeichnet der exportlastige Betrieb mit einer 60-prozentigen Exportquote die Märkte in Japan, Südkorea und China, wo man gerade den Zertifizierungsprozess durchlaufe.
Die Zertifizierung verlange einen hohen Digitalisierungsgrad, speziell was die Rückverfolgung der Lieferkette anbelangt. „Es gibt von Land zu Land Eigenheiten, denen man bereits bei der Planung eines solchen Produktionsbetriebes Rechnung tragen muss“, weiß Handl noch ein skurriles Beispiel zu berichten: „In den USA stehen sie sich auf die Gullys. Das sind in unserem Betrieb in Haiming Spezialanfertigungen, gebaut nach US-Norm, die man leicht reinigen und sogar sterilisieren kann. Ich sage immer, unsere Gullys sind sauberer als vielerorts die Betriebe.“
Die Handl-Gruppe hat 2018 bei 544 Mitarbeitern zum Bilanzstichtag einen Umsatz von 137,7 Millionen Euro erwirtschaftet. „Neben dem Neubau in Haiming haben wir parallel 7 Millionen Euro in Pians investiert“, weiß der Speck- und Wurstwarenproduzent. „Der Bereich ,snacking‘ ist für uns von steigender Bedeutung. Auch hier haben wir Produktinnovationen zustande gebracht“, so Handl. So konnte etwa der Durchmesser der dünnen Jausenwürste von 15 auf 8 Millimeter minimiert werden.
Karl Christian Handl legt ein Bekenntnis zum Standort Tirol ab: „Dieses Haus kann nicht morgen kopiert werden. Da steckt so viel Know-how drinnen, dass man diese Qualität nicht so leicht nachmachen, sondern nur hier in Tirol produzieren kann.“ In Haiming habe man gut 85 Prozent der Leistungsziele erreicht, wobei in den kommenden drei bis fünf Jahren weitere Schritte anstehen. So lässt das gut 10 Hektar große Areal noch Raum für Verpackung und Lagerung vor Ort.
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