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Die Vespone erhielt dezenten Feinschliff

Selbst wenn das Wetter nicht so mitspielt: Dank des schützenden Beinschilds übersteht man auch kleinere Schauer unbeschadet.
© Letzner

Die Mutter aller Roller – die Vespa GTS 300 HPE – hat für heuer eine Kraftkur und dezente optische Retuschen spendiert bekommen.

Von Lukas Letzner

Inzing – Seit ihrer Einführung im Jahr 2003 (damals firmierte sie noch unter dem Namen „GT“), verkaufte sich die Vespa 300 GTS über 430.000 Mal. Dass sie damit zu den erfolgreichsten Scootern überhaupt zählt, ist nicht verwunderlich. Zudem nimmt sie hierzulande seit Jahren auch den Rang des meistverkauften Zweirads ein. Warum? Das hat wahrscheinlich mehrere Gründe. Zum einen verkörpert sie italienisches Flair par excellence, doch viel wichtiger ist wahrscheinlich ihre Alltagstauglichkeit, und die haben wir kürzlich in einem Test überprüft.

Dass die optischen Retuschen quasi mit dem Skalpell vorgenommen wurden, wundert uns nicht. Bei so einem Erfolgsmodell ist die Gefahr viel zu groß, durch radikale Veränderungen die Fan-Gemeinde zu verschrecken. Der Look unserer GTS 300 HPE wird vor allem durch die längere „Krawatte“ beeinflusst. Dieses Element wurde einst bei der 946 eingeführt, später von Primavera und Sprint übernommen. Zudem wurde das Beinschild mit einer Lichtkante versehen und etwas schlanker gestaltet. Die Lufteinlässe an der Seite besitzen nun ein wabenförmiges Gitter, auch die Abdeckungen im unteren Bereich am Heck wurden dezent überarbeitet. Einen moderneren Touch bringen auch der neue Scheinwerfer und die Heckleuchte, die beide nun mit Voll-LED-Technologie arbeiten.

Hinter dem traditionsreichen Blechkleid sorgt viel Feinarbeit an allen Motorkomponenten für den Muskelzuwachs, weshalb unsere GTS auch den Zusatz HPE – High Performance Engine – bekam. Vor allem der überarbeitete Zylinderkopf, der sein Tagwerk außerdem deutlich leiser und abgasarmer verrichten soll, ist für die Leistungssteigerung verantwortlich. Daher ist die überarbeitete GTS 300 HPE schon Euro-5-fit. Was hier sehr theoretisch klingt, macht sich in der Praxis vor allem beim Antritt bemerkbar. Egal ob beim Start an der Ampel oder beim eleganten Kurvenswing über Land: Unsere Vespone legt sich ordentlich ins Zeug. Knappe 24 PS und ein Drehmoment von 26 Newtonmetern schickt unsere knallgelbe Vespa an den hinteren 12-Zöller, die übrigens ihren Teil zum leichtfüßigen Fahrgefühl beitragen.

Mühelos wieselt man durch das Gewusel der Stadt, schlängelt sich in der Kolonne nach vorne und auch jenseits der Ortsgrenzen hat man mit der 300er richtig Spaß. Ein bisschen Körpereinsatz reicht und die schicke Italienerin folgt dem Zug am Lenker sehr willig. Selbst auf der Autobahn – das ist der erste Mal, dass wir den IG-L-Lufthunderter loben – macht man mit der Vespa eine gute Figur. Mühelos erreicht man die Maximalgeschwindigkeit von 120 km/h und dank des straffen Fahrwerks spurt die Italienerin auch bei höheren Geschwindigkeiten. Das war in der Vergangenheit nicht immer so.

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