EU-Wahl: FPÖ ohne Strache trotzig ins Finale 1

Wien (APA) - Die FPÖ hat am Freitagabend in Wien-Favoriten mit viel Trotz ihren Wahlkampfabschluss gefeiert. Ohne den tief gefallenen Ex-FPÖ...

Wien (APA) - Die FPÖ hat am Freitagabend in Wien-Favoriten mit viel Trotz ihren Wahlkampfabschluss gefeiert. Ohne den tief gefallenen Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache lag es an Ex-Innenminister Herbert Kickl, Spitzenkandidat Harald Vilimsky und dem designierten Parteichef Norbert Hofer, die trübe Stimmung nach dem Ibiza-Skandal ein wenig zu heben - und den „politischer Meuchelangriff“ an der FPÖ zu geißeln.

Äußerlich war nach dem Polit-Erdbeben der vergangenen Woche inklusive Strache-Rücktritt und dem Platzen der Koalition zu vorangegangen Wahlkampfanschlüssen der FPÖ kaum ein Unterschied zu sehen. Die John Otti Band war angesagt, Luftballons, Bier und Würstel standen wie gewohnt bereit. Was aber fehlte waren das obligate Üben von „HC, HC“-Sprechchören - und auch der Zustrom der blauen Fans war geringer als gewohnt, selbst beim Auftritt von Hofer war der Viktor-Adler-Markt gerade einmal zur Hälfte gefüllt.

Im Mittelpunkt stand wie zu erwarten das Ibiza-Video von Strache, wobei hier vor allem die Urheberschaft im Zentrum der Reden der Parteigranden stand. Den Auftakt machte - nach der Begrüßung durch den neuen Wiener FPÖ-Chef Dominik Nepp - die Listendritte Petra Steger. Sie würdigte den Rücktritt Straches, der sich für die Partei jahrelang aufgeopfert habe, was die blaue Anhängerschaft dann doch zu „HC, HC“-Sprechchören motivierte.

Ersetzt wurden diese dann durch laute „Her-bert, Herb-bert“-Rufe, als der Auftritt des Ex-Innenministers überraschend angekündigt wurde. Eine Rede Kickls stand eigentlich gar nicht auf dem Programm, aber „er will“, hieß es kurz vor Beginn seitens der Partei zur APA. Und Kickl zog dann auch ordentlich vom Leder: Er habe jetzt einen „riesigen Trümmerhaufen“ aufzuräumen, nämlich den, „den uns Bundeskanzler Sebastian Kurz und Bundespräsident Alexander Van der Bellen hinterlassen haben“, wie er mit Blick auf seine von Kurz vorgeschlagene und vom Präsidenten durchgeführte Entlassung als Minister meinte.

Hinsichtlich des Ibiza-Videos erklärte Kickl, es sei seine „persönliche Überzeugung“, dass „dieser Angriff auf die Partei und auf die Regierung und damit auf das demokratische Gefüge zwar vom Ausland durchgeführt worden ist, aber im Inland ausgeheckt worden ist, von politischen Kräften, die es mit der freiheitlichen Partei nicht gut meinen.“ Und es könne zwar Zufall sein, „dass meine Entlassung im Innenministerium gerade zum jetzigen Zeitpunkt erfolgt ist. Ich sage euch, es kann ein Zufall sein, aber es muss kein Zufall sein“. Und es sei „verdächtig ruhig“ bei den Ermittlungsbehörden, „wenn es darum geht, die Hintergründe dieses Videos aufzuklären“. „Wie untätig ist die Justiz seit einigen Tagen, wieviel Zeit wurde versäumt, wieviel Gelegenheit gegeben, Beweismaterial zur Seite zu schaffen. Warum schlafen alle, wenn es darum geht, wer diese Video produziert und wer es in Auftrag gegeben hat“, fragte Kickl, der bald als Klubobmann ins Parlament zurückkehren dürfte.

~ WEB http://www.fpoe.at ~ APA542 2019-05-24/19:08


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