EU-Wahl: „Ibiza-Affäre“ beherrschte TV-Wahlkampf

Wien (APA) - Die durch das „Ibiza-Video“ ausgelöste Regierungskrise hat das TV-Wahlkampffinale zur Europawahl beherrscht. Dies ergab eine Me...

Wien (APA) - Die durch das „Ibiza-Video“ ausgelöste Regierungskrise hat das TV-Wahlkampffinale zur Europawahl beherrscht. Dies ergab eine Medienanalyse der TV-Duelle und Elefantenrunden auf ORF, ATV, Puls 4 und Servus TV durch APA DeFacto. Daneben war die Klima- und Umweltpolitik Top-Thema. Sie löste damit den Komplex Migration ab, der bei der Nationalratswahl 2017 noch ganz oben zu finden war.

Die von APA-DeFacto durchgeführte O-Ton-Studie analysierte den heimischen TV-Wahlkampf zur Europawahl. Grundgesamtheit der Auswertung stellten die in TV-Duellen und Elefantenrunden verzeichneten Aussagen aller Spitzenrepräsentanten dar.

Sekundenstärkster Inhalt war - wenig überraschend - die „Ibiza-Affäre“ rund um Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) und die dadurch ausgelöste Regierungskrise. Mit 3.572 O-Ton-Sekunden, oder einer Stunde Sendezeit setzt sich die „Ibiza-Affäre“ insgesamt sogar an die Spitze des heimischen EU-Wahlkampfes. Auffällig ist laut Manuel Kerzner, Medienanalyst der APA-DeFacto, die Parallele zum Nationalratswahlkampf 2017. Damals verdrängte die sogenannte „Silberstein-Affäre“ ebenfalls kurz vor der Wahl die inhaltlichen Aspekte der Auseinandersetzung.

Überraschend ist jedoch, dass das Themengebiet „Klima- und Umweltpolitik“ (3.317 O-Ton-Sekunden), im Nationalratswahlkampf noch außerhalb der Top-15 Themen gelegen, im EU-Wahlkampf eine tragende Rolle und den zweiten Platz einnimmt. „Im Vergleich zur Nationalratswahl ist ein thematischer Wechsel weg von Migration hin zu Klimapolitik erkennbar“, so Kerzner. Das Themengebiet Migrations- und Asylpolitik (2.082 O-Ton Sekunden) sei im EU-Wahlkampf aus der ersten Reihe des politischen Diskurses verschwunden und auf den fünften Platz zurückgefallen, nur knapp vor Arbeits- und Sozialpolitik (Platz 6, 1.960 Sekunden).

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Die wichtigsten weiteren Themen im TV-Wahlkampf lauten: Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (Platz 3, 3.300 Sekunden), Wirtschafts- und Steuerpolitik (Platz 4, 2.329 Sekunden) sowie Zukunft der Europäischen Union (Platz 7, 1.575 Sekunden).


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