Tennis: Federers erstes French-Open-Rendezvous seit 2015

Paris (APA) - Vor exakt 20 Jahren hatte Roger Federer beim größten Sandplatz-Turnier der Welt seine Premiere gefeiert. Und 2009 hat er seine...

Paris (APA) - Vor exakt 20 Jahren hatte Roger Federer beim größten Sandplatz-Turnier der Welt seine Premiere gefeiert. Und 2009 hat er seinen Karriere-Grand-Slam komplettiert und endlich auch in Roland Garros gewonnen. Doch nun, mit fast 38 Jahren, ist der Schweizer nach vier Jahren Pause wieder zurückgekehrt - und erkennt das Grand-Slam-Turnier kaum wieder.

„Viele Dinge haben sich verändert. Der Center Court sieht sehr anders aus. Man hat hier viele Upgrades gemacht und viel investiert“, erklärte Federer vor seinem Erstrundenmatch gegen Lorenzo Sonego (ITA). Schon am Sonntag, dem ersten Turniertag des mit 42,66 Mio. Euro dotierten Majors, wird Federer seine Sandplatz-Form, aber auch den neuen „Court Philipp Chatrier“ testen können. „Man kann es fühlen. Es wächst, aber es ist immer noch das alte Roland Garros und hat seinen Flair bewahrt“, sagte der Schweizer. Der Weltranglisten-Dritte ist glücklich, wieder da zu sein. „Vielleicht sogar ein bisschen mehr, weil ich die letzten drei Auflagen verpasst habe.“

Seine Ausgangslage ist nicht nur deshalb eine für ihn eigenartige. „Ich spüre, dass ich gut Tennis spiele. Aber ich weiß nicht, ob es gut genug ist, um gegen die Besten zu bestehen“, sagte der Altmeister, der am 8. August schon 38 wird. In einem provisorischen Presseraum, der nach dem Umbau des Stadions dieses Jahr installiert wurde, verglich der 20-fache Major-Rekordsieger die Situation mit dem Vorfeld der Australian Open 2017. Damals war er nach sechs Monaten Pause nach einer Knie-Operation und einer Ungewissheit zurückgekehrt.

„Es ist auch jetzt ein bisschen unbekanntes Terrain“, bemerkte der Weltranglisten-Dritte, der 2017 und 2018 auch auf andere Sandturniere verzichtet hatte. Immerhin stand er dieses Jahr in Madrid und Rom aber schon wieder jeweils im Viertelfinale. Doch im „best of five“-Modus auf Sand mit bis zu sieben Einzeln - das ist eine eigene Liga im Welt-Tennis.

Federer ist aber immer noch (fast) alles zuzutrauen. Zu oft schon war er abgeschrieben worden, als dass sich Journalisten neuerlich die Finger verbrennen wollen. Auch Dominic Thiem zählt die lebende Tennis-Legende zu den Mitfavoriten. Das hat er sicher auch den Schweizern bei einem Medientermin ins Mikrofon gesagt, nachdem er herzlich über Federer lachen konnte.

Auf Twitter machte nämlich ein kleiner Videoclip die Runde: Federer rief Thiem bei besagtem Termin zu: „Das wichtigste Interview kommt jetzt, mach‘s auf Schweizerdeutsch, zeig, was du drauf hast.“ Thiem lachte und antwortete auf die Frage des Reporters, ob er das Interview auf Schweizerdeutsch machen soll, lachend: „Wir können es versuchen, aber ich glaube, ihr werdet keine Freude mit mir haben.“

Auf dem Platz können sich die beiden allerdings erst sehr spät begegnen: Da Thiem in die obere, Federer in die untere Tableau-Hälfte gelost wurde, käme es erst im Finale zum nächsten Duell mit Federer. Es wäre das erste nach dem knappen Sieg Thiems im Madrid-Viertelfinale. Davor hatte Thiem im Endspiel von Indian Wells gegen Federer, ebenfalls knapp, seinen ersten Masters-1000-Titel geholt.


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