Wenn der Sockel zur Hauptsache wird

Für ihre Ausstellung in der Galerie Kugler hat die vor 43 Jahren in Polen geborene und in Karlsruhe lebende Anna Kolodziejska praktisch ihr ...

Anna Kolodziejska hat ihr Atelier in die Galerie Kugler übersiedelt.
© Galerie Kugler

Für ihre Ausstellung in der Galerie Kugler hat die vor 43 Jahren in Polen geborene und in Karlsruhe lebende Anna Kolodziejska praktisch ihr Atelier nach Innsbruck übersiedelt. Wobei das karge Feldbett, das nun zum Teil einer Rauminstalla­tion wird, nicht das sei, in dem sie wirklich schlafe, gesteht die als Caramelle-Schülerin gelernte Malerin. Und auch die mit weißen Papieren abgedeckten schwarzen Stiefel sind mehr Objekte der Kunst als Gebrauchsgegenstände, genauso wie die s-förmig geformte Bürste, die eigentlich zum Putzen von Rohren da ist, hier aber in objekthafter Inszenierung auf einem Sockel steht. Wobei wir beim Thema angelangt sind, spielen Sockel in der Schau von Anna Kolodziejska doch die zentrale Rolle. Niedrige und hohe, gebaut aus banalen hellbraunen MDF-Platten. Zwei sind durch Seile verbunden, ein anderer wird durch sich schlängelnde Kabel spielerisch umschlungen. Zwei der Sockel werden zu dem, wofür dieser landläufig gilt: zum Mittel zum Zweck, um Skulpturen zu tragen. Etwa eine aus zerknülltem, weißem Papier gemachte, oder eine in Sandstein gehauene. Die Proportionen von Sockel wie Skulptur sind hier dieselben, genauso wie die Ecken, die beiden fehlen. Womit sich die Künstlerin als erfrischend Ironiebegabte outet. (schlo)

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