Sieben Tage Kultur - Die Woche 27.05. bis 02.06. - WIEDERHOLUNG

Wien (APA) - Die kleine filmische Form auf großen Leinwänden, ein neues Leben bei den Wiener Festwochen und nicht zuletzt ein popmusikalisch...

Wien (APA) - Die kleine filmische Form auf großen Leinwänden, ein neues Leben bei den Wiener Festwochen und nicht zuletzt ein popmusikalisches Potpourri: Die kommende Kulturwoche zeigt sich vielleicht nicht ganz so dicht wie zuletzt, hält aber einige Schmankerl parat. Dabei wird auch der Blick nach vorne gerichtet, wenn beispielsweise die dritte Vienna Biennale „Schöne neue Werte“ auslotet.

Alt und neu bringt der Montag zusammen: Während in Linz das Ars Electronica Center neue Ausstellungen im Untergeschoß präsentiert - die Auswahl reicht von „Understanding AI“ bis zum „Global Shift“ -, wird im Wiener Mozarthaus Leopold Mozarts Original-Violine gezeigt, die von der Sammlung alter Musikinstrumente im KHM anlässlich des 300. Geburtstags von Mozarts Vater zur Verfügung gestellt wird. In Graz präsentiert das Jugendtheater Next Liberty die kommende Spielzeit, was im Übrigen auch für die Mailänder Scala gilt.

Tags darauf steht im Wiener Museum für Angewandte Kunst (MAK) der gesellschaftlich-technologische Wandel im Fokus: Zum dritten Mal veranstaltet man mit weiteren Institutionen die Vienna Biennale, die mittels Kunst, Design und Architektur aktuelle Fragen thematisiert und sich heuer der digitalen Welt widmet. Im Gartenbaukino steigt abends die große Eröffnungsgala des Kurzfilmfestivals Vienna Shorts (VIS), während einige Hundert Meter weiter im Musikverein Starcellist Yo-Yo Ma gastiert. Ein etwas anderes Publikum dürfte die mittlerweile erwachsene Bubenband Backstreet Boys in der Wiener Stadthalle anziehen.

Und auch der Mittwoch ist für Musikfans ein gefundenes Fressen: Wobei der Auftritt der Bombastrocker von Kiss in der Wiener Stadthalle für Fans wohl freudiges wie trauriges Ereignis ist, ist die US-Formation doch auf Abschiedstournee. Noch länger Freude wird man wahrscheinlich an den Briten von Muse haben, die ihren zuletzt auf 80er-Sound gebürsteten Artrock in die Stadthalle Graz bringen. Bei den Wiener Festwochen gilt die Vorfreude wiederum der mit Spannung erwarteten Premiere von Romeo Castelluccis „La vita nuova“: In den Gösserhallen lässt der Italiener seine Protagonisten nach einem neuen Anfang für die Menschheit suchen.

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Eine Spur ruhiger wird es dann ab Christi Himmelfahrt, wobei der Donnerstag nicht für jeden einen arbeitsfreien Tag darstellt: Im Wiener Haus der Musik widmet sich eine Ausstellung unter dem Titel „Neue Wiener Lieder“ der Kombination von Poesie, Provokation und Pop. Als Anschauungsbeispiele dienen Künstler wie Die Strottern oder Ernst Molden. Ein Filmstar ist abends im Museumsquartier bei den Festwochen zugegen: Isabelle Huppert darf als Mary Stuart in „Mary Said What She Said“ ihre Stimme erheben. Die Worte stammen von Darryl Pinckney, für die Inszenierung zeichnet Robert Wilson verantwortlich. Bereits 1993 hatte das Trio mit „Orlando“ begeistert.

Danach kann man sich gemütlich ins verlängerte Wochenende verabschieden, um Energie für den Sonntag zu sammeln. So werden im Stadtkino im Künstlerhaus nicht nur die Preise beim Vienna Shorts vergeben, es schaut auch ein frisch gebackener Ehrendoktor im Ernst-Happel-Stadion vorbei: Vielleicht hat die Würdigung durch die Kunstuniversität Graz bei Phil Collins ja zusätzliche Energien freigelegt. Seine Tournee hat der Brite jedenfalls „Still Not Dead Yet“ getauft.


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