ÖVP-Triumph gegen Misstrauensfront

Wien (APA) - Die ÖVP hat am Tag vor der vermutlichen Abwahl von Kanzler Sebastian Kurz Rückenwind von der Bevölkerung erhalten. Gemäß ersten...

Wien (APA) - Die ÖVP hat am Tag vor der vermutlichen Abwahl von Kanzler Sebastian Kurz Rückenwind von der Bevölkerung erhalten. Gemäß ersten Prognosen kann die Volkspartei bei der EU-Wahl ein Rekordergebnis mit rund 33-34 Prozent einfahren, während SPÖ und Freiheitliche enttäuschen. Ein zweistelliges Comeback gelingt den Grünen, die NEOS treten auf der Stelle.

Die Volkspartei hatte im Wahlkampf nicht nur auf die beiden Spitzenkandidaten Ohtmar Karas und Karoline Edstadler gesetzt, sondern auch Bundesparteiobmann Sebastian Kurz in die Schlacht geworfen. Insofern sah Generalsekretär Karl Nehammer ein „ganz starkes Vertrauensvotum“ für den Kanzler.

Diesen erwägen SPÖ und FPÖ am Montag im Nationalrat abzuwählen. Heute gab es nichts zu feiern. Die Sozialdemokraten dürften etwa bei jenem Ergebnis bleiben, das man vor fünf Jahren erreicht hatte, also in etwa 24 Prozent. Bundesgeschäftsführer Thomas Drozda war folgerichtig „nicht zufrieden“.

Die FPÖ dürfte mit etwa 17 Prozent noch einmal gut zwei Punkte gegenüber dem enttäuschenden Resultat 2014 einbüßen. Als Erklärung wird wohl der Ibiza-Skandal um den mittlerweile zurückgetretenen Parteichef Heinz-Christian Strache dienen. Eine entsprechende Einschätzung gab Spitzenkandidat Harald Vilimsky bereits ab. Am Misstrauen gegenüber Kurz hat sich für ihn ebenso wie für Drozda auch nach dem heutigen Ergebnis nichts geändert.

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Eine Partynacht dürfte es bei den Grünen geben. Mit 13,5 Prozent verliert man zwar einen Punkt, nach dem verpassten Einzug in den Nationalrat sind die zwei erreichten Mandate aber ein Triumph für Parteichef und Spitzenkandidat Werner Kogler. Sein Ex-Parteifreund Johannes Voggenhuber scheiterte hingegen mit EUROPA Jetzt mit zwei Prozent klar.

Unspektakulär verlief der Wahlsonntag für die NEOS, die mit ihrem „Vereinigte Staaten von Europa“-Konzept die gleichen acht Prozent wie bei der letzten EU-Wahl erreichen dürften.


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