ÖVP und Grüne gewinnen österreichische EU-Wahl

Wien (APA) - Die EU-Wahl in Österreich sieht vor allem zwei Gewinner. Die ÖVP holt klar Platz eins und die Grünen erleben ein eindrucksvolle...

Wien (APA) - Die EU-Wahl in Österreich sieht vor allem zwei Gewinner. Die ÖVP holt klar Platz eins und die Grünen erleben ein eindrucksvolles politisches Comeback eineinhalb Jahre nach ihrem Abflug aus dem Nationalrat. Die FPÖ freut sich trotz schwachen Abschneidens, die SPÖ ist enttäuscht, dass sie nicht zulegen kann.

Die Prognosen im Detail: Die ÖVP liegt bei 34,5 Prozent, was nicht nur ein plus von 7,5 Punkten bedeuten würde sondern auch das beste Ergebnis einer Partei bei einer EU-Wahl in Österreich. Der SPÖ droht mit 23,5 Prozent hingegen sogar ihr schlechtes Resultat überhaupt.

Vom Ibiza-Skandal der Freiheitlichen konnten die Sozialdemokraten also nicht profitieren, die Verluste der FPÖ hielten sich aber auch einigermaßen in Grenzen. Die derzeit ausgewerteten 17,5 Prozent liegen zwar deutlich unter den Umfragen von vor ein, zwei Wochen, aber nur zwei Punkte unter dem Ergebnis von 2014. Die Grünen büßen bloß einen Punkt auf 13,5 Prozent ein, erreichen damit aber zehn Punkte mehr als bei der Nationalratswahl 2017. Für die NEOS werden wie beim letzten EU-Urnengang acht Prozent ausgewertet, EUROPA Jetzt und KPÖ scheitern klar.

Überschattet war ja der Urnengang davon, dass Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) vermutlich am Montag von SPÖ, FPÖ und JETZT im Nationalrat abgewählt wird. Umso mehr freute man sich in der Volkspartei über den heutigen Erfolg. In der Parteizentrale erschallten „Kanzler Kurz“-Sprechchöre. Generalsekretär Karl Nehammer sah ein starkes Votum für den Regierungschef. Auch die Listenzweite Karoline Edtstadler hält Kurz für gestärkt.

Beim vormaligen Koalitionspartner FPÖ war man froh, dass es nach Ibiza nicht noch schlimmer gekommen ist. Spitzenkandidat und Generalsekretär Harald Vilimsky sah die Freiheitlichen stabil: „Das zeigt, wie hoch unser Stammwählerpotenzial ist“.

Unglücklicher war die SPÖ, die vom Ibiza-Skandal nicht profitieren kann. Geschäftsführer Thomas Drozda fand nur erfreulich, dass die Wahlbeteiligung gestiegen sei, nämlich auf deutlich über 50 Prozent. Beraten wird die SPÖ noch heute Abend in einem Parteipräsidium, wo nun möglicherweise nicht nur der Misstrauensantrag Thema sein wird.

Bei den NEOS wollte man sich die acht Prozent nicht schlecht reden lassen, seien diese doch drei Punkte mehr als bei der Nationalratswahl. Parteivize Nikolaus Scherak sah also ein „großartiges Ergebnis“. Jubel, Trubel, Heiterkeit herrschte bei den Grünen, die Party machen, verwaist hingegen die Location von EUROPA Jetzt, dessen Spitzenkandidat Johannes Voggenhuber mit zwei Prozent klar an einer späten Rückkehr nach Brüssel scheiterte.


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