EU-Wahl - Spanien: Viel höhere Wahlbeteiligung

Madrid (APA/dpa) - In Spanien hat sich bei der Europawahl bis zum frühen Abend eine sehr viel höhere Beteiligung abgezeichnet als vor fünf J...

Madrid (APA/dpa) - In Spanien hat sich bei der Europawahl bis zum frühen Abend eine sehr viel höhere Beteiligung abgezeichnet als vor fünf Jahren. Bis 18.00 Uhr seien mehr als 49 Prozent der 37 Millionen Wahlberechtigten zur Abstimmung gegangen, teilte die Wahlbehörde mit. Das sind 15 Prozentpunkte mehr als 2014: Zum selben Zeitpunkt waren es bei der vorherigen EU-Wahl nur rund 34 Prozent.

Bereits bei der spanischen Parlamentswahl Ende April war die Wahlbeteiligung mit mehr als 75 Prozent sehr hoch gewesen.

Besonderes Augenmerk gilt dem katalanischen Ex-Regionalpräsidenten Carles Puigdemont, der von seinem Exil in Belgien aus versucht, als Europaabgeordneter in die Politik zurückzukehren. Ein Gericht in Madrid hatte entschieden, dass der Separatist - der im Zuge des verbotenen Unabhängigkeitsreferendums von 2017 aus Spanien geflohen war - bei der Europawahl kandidieren darf.

Mit Spannung wird auch erwartet, wie viele Sitze die ultrarechte Partei Vox erringt, die bei der Parlamentswahl mehr als zehn Prozent der Stimmen und 24 Mandate geholt hatte.

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Gute Chancen, als stärkste Kraft aus der Abstimmung hervorzugehen, hat in Spanien erneut die Sozialistische Arbeiterpartei (PSOE) von Ministerpräsident Pedro Sanchez, die bereits die Parlamentswahl gewonnen hatte. Die absolute Mehrheit hatte die PSOE allerdings verfehlt. Um viel geht es für die konservative Volkspartei PP, die befürchten muss, dass sich ihr Debakel von Ende April wiederholt. Bei der Parlamentswahl hatte die Partei mehr als die Hälfte ihrer Mandate verloren. Parteichef Pablo Casado muss um seinen Posten bangen.

Spaniens Wähler konnten am Sonntag nicht nur über das EU-Parlament abstimmen, sondern in weiten Landesteilen auch über ihre Regionalparlamente und Kommunalvertretungen.


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