EU-Wahl: ÖVP stärker als bei der NR-Wahl, FPÖ viel schwächer

Wien (APA) - Die ÖVP schneidet bei der EU-Wahl heute, Sonntag, noch besser ab als bei ihrem triumphalen Nationalratswahlsieg. Die FPÖ steigt...

Wien (APA) - Die ÖVP schneidet bei der EU-Wahl heute, Sonntag, noch besser ab als bei ihrem triumphalen Nationalratswahlsieg. Die FPÖ steigt, gebeutelt von „Ibizagate“, wesentlich schlechter aus als im Oktober 2017. Nicht so viel, aber doch niedriger ist das EU-Resultat auch bei der SPÖ. Die NEOS liegen besser, die Grünen weit besser als 2017. Die EU-Wahl gilt als Testwahl für die Nationalratswahl im September.

Der - in der APA/ORF/ATV-Trendprognose abgeschätzte - Wahlausgang entspricht prinzipiell dem üblichen Muster bei EU-Wahlen: Die ÖVP war zuletzt bei Europawahlen immer etwas stärker als bei der vorhergehenden Nationalratswahl, ebenso die NEOS. SPÖ und FPÖ bekamen bei EU-Wahlen meist einen geringeren Stimmenanteil. Bei der heutigen Wahl kann die ÖVP mit mindestens drei Prozentpunkten (nämlich 34,5 Prozent) mehr als im Oktober 2017 rechnen. Die FPÖ bleibt mit 17,5 weit unter dem damaligen Potenzial von 26,0 Prozent - die SPÖ mit 23,5 auch klar unter den 26,9 Prozent aus 2017. Die NEOS holen auf EU-Ebene acht nach 5,3 Prozent bei der NR-Wahl.

Die Grünen waren auf EU-Ebene auch meist stärker - und jetzt sind sie ein Sonderfall: Sie erlitten bei der Nationalratswahl mit 3,8 Prozent ein Desaster - und schaffen jetzt einen fast zehn Prozentpunkte höheren Anteil, nicht weit unter dem Rekordresultat der EU-Wahl 2014. Dafür scheiterte heute Johannes Voggenhubers EUROPA Jetzt-Initiative gemeinsam mit der Peter Pilz-Liste JETZT, die seit 2017 statt den Grünen im Nationalrat sitzt.

Die Umfragen hatten für die EU-Wahl eigentlich teils doch deutlich anderes prognostiziert - bis vor zehn Tage ein Lockvogel-Video auftauchte, Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache zurücktrat, Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) die FPÖ aus der Regierung warf und die Neuwahl im September ankündigte. Und die Liste JETZT einen Misstrauensantrag gegen Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) ankündigte - dem zuzustimmen sowohl SPÖ als auch FPÖ überlegen.

Diese Turbulenzen der Regierung halfen nicht, wie man annehmen konnte, der Opposition - sondern vor allem der ÖVP. Die nicht mehr im Nationalrat sitzenden Grünen profitierten auch davon - während nicht nur die FPÖ „bestraft“ wurde, sondern auch die SPÖ schlechter abschnitt als angenommen im heutigen „Testlauf“. Ob sich diese Tendenzen auch auf die Wahl des heimische Parlaments auswirken wird man - nach einem sicher hitzigen Sommer-Wahlkampf - in vier Monaten sehen.

~ Ergebnisse und Ränge von SPÖ, ÖVP, FPÖ, GRÜNEN und NEOS bei EU- und Nationalswahlen seit 1995

Wahl Datum SPÖ ÖVP FPÖ GRÜNE NEOS

Proz. R Proz. R Proz. R Proz. R Proz. R

EU* 26.05.2019 23,5 2 34,5 1 17,5 3 13,4 4 8,0 5 NR 15.10.2017 26,86 2 31,47 1 25,97 3 3,80 6 5,30 4

EU 25.05.2014 24,09 2 26,98 1 19,72 3 14,52 4 8,14 5 NR 29.09.2013 26,82 1 23,99 2 20,51 3 12,42 4 4,96 6

EU 07.06.2009 23,74 2 29,98 1 12,71 4 9,93 5 NR 28.09.2008 29,26 1 25,98 2 17,54 3 10,43 5 NR 01.10.2006 35,34 1 34,33 2 11,04 4 11,05 3

EU 13.06.2004 33,33 1 32,70 2 6,31 5 12,89 4 NR 24.11.2002 36,51 2 42,30 1 10,01 3 9,47 4

NR 03.10.1999 33,15 1 26,91 3 26,91 2 7,40 4 EU 13.06.1999 31,71 1 30,67 2 23,40 3 9,29 4

EU 13.10.1996 29,15 2 29,65 1 27,53 3 6,81 4 NR 17.12.1995 38,06 1 28,29 2 21,89 3 4,81 5 ~ *EU-Wahl 2019: APA/ORF/ATV-Trendprognose 17.00 Uhr


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