EU-Wahl - Kramp-Karrenbauer und Söder kündigen Kampf gegen Grüne an

Berlin (APA/Reuters/dpa) - Die Vorsitzenden der deutschen Unionsparteien, Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) und Markus Söder(CSU) haben angek...

Berlin (APA/Reuters/dpa) - Die Vorsitzenden der deutschen Unionsparteien, Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) und Markus Söder(CSU) haben angekündigt, als Reaktion auf die Verluste bei der Europawahl verstärkt Klimaschutzpolitik und den Kampf gegen die Grünen in den Vordergrund zu rücken. „Wir brauchen eine intensive Auseinandersetzung mit den Grünen“, forderte der bayerische Ministerpräsident am Sonntagabend.

„Alte Maßstäbe gelten nicht mehr. Wir müssen jünger, cooler, offener werden“, sagte er. Kramp-Karrenbauer räumte Fehler in der Wahlkampagne ein. Es sei der Union nicht gelungen, ihre Themen wie Sicherheit, Wohlstand und Frieden in der EU in den Vordergrund zu rücken. „In diesem Wahlkampf ging es vor allem um das Thema Klima und Klimaschutz.“

Dort habe die CDU Defizite ebenso wie bei dem Umgang mit neuen Phänomen der sozialen Medien. Hintergrund ist, dass es der Union nicht gelungen war, auf ein vor wenigen Tagen ins Netz gestellte Video des Youtubers Rezo zu reagieren, der in seinem millionenfach geklickten Beitrag gefordert hat, die CDU zu „zerstören“.

Söder zeigte sich zufrieden, dass die CSU in Bayern wesentlich besser abgeschnitten habe als die CDU im Bundesgebiet. Die Christsozialen hätten mit knapp 40 Prozent eine „Trendwende“ erreicht. Als Sondereffekt gilt dabei allerdings, dass mit EVP-Spitzenkandidat Manfred Weber zum ersten Mal ein CSU-Politiker EU-Kommissionspräsident werden könnte.

SPD-Spitzenkandidatin Katarina Barley zeigte sich „tief enttäuscht“ über das schlechte Abschneiden ihrer Partei bei der Europawahl. „Alles andere wäre beschönigend“, sagte Barley am Sonntagabend in Berlin. Das Thema Klimaschutz habe eine „riesige Rolle“ gespielt. „Da sind wir offenkundig noch nicht gut genug aufgestellt“, sagte Barley.

Künftig wolle sie sich in Europa für ein freies, vielfältiges, sicheres und vor allem sozialeres Europa einsetzen, bekräftigte die scheidende Justizministerin. Ihr Amt werde sie wie angekündigt noch am Sonntagabend zur Verfügung stellen.


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