EU-Wahl - Sieg für Sozialisten in Spanien - Konservative stürzen ab

Madrid (APA/dpa) - In Spanien hat sich bei der Europawahl ein deutlicher Sieg der Sozialistischen Arbeiterpartei (PSOE) von Ministerpräsiden...

Madrid (APA/dpa) - In Spanien hat sich bei der Europawahl ein deutlicher Sieg der Sozialistischen Arbeiterpartei (PSOE) von Ministerpräsident Pedro Sanchez abgezeichnet. Prognosen auf Grundlage von Wählerbefragungen zufolge würde die PSOE mit rund 28 Prozent der Stimmen etwa 18 Sitze im EU-Parlament besetzen - 2014 waren es noch 14 Mandate. Ein erneutes Debakel erlebte dagegen die konservative Volkspartei (PP).

Die langjährige Regierungspartei, die im Vorjahr wegen einer Korruptionsaffäre gestürzt worden war, hatte bereits bei der Parlamentswahl Ende April in einem historisch schlechten Ergebnis die Hälfte ihrer Mandate verloren. Nun kommt sie der Exit Poll zufolge nur auf 17 Prozent und elf Mandate. Vor fünf Jahren war sie mit 16 Mandaten noch vor den Sozialisten gelegen. Parteichef Pablo Casado muss um seinen Posten fürchten. Spanien hat 54 Sitze im EU-Parlament, nach dem Brexit wird die Zahl auf 59 Sitze steigen.

Die ultrarechte Newcomer-Partei Vox, die bei der Parlamentswahl mehr als zehn Prozent der Stimmen und 24 Mandate geholt hatte und in der südlichen Region Andalusien seit Jahresanfang mitregiert, käme - so die Prognosen - bei der Europawahl nur auf 6,5 Prozent und 4 bis 5 Mandate. Wählerbefragungen im Vorfeld hatten bereits gezeigt, dass Vox bei der EU-Wahl möglicherweise Stimmen einbüßen würde. Deutliche Gewinne gab es hingegen für die liberale Ciudadanos (Bürger), die acht Mandate (2014: zwei) erreichten sowie für die Linkspartei Unidas Podemos mit sieben Mandaten (fünf)

Insgesamt waren 37 Millionen Spanier aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Die Wahlbeteiligung war weit höher als noch 2014: Bis 18.00 Uhr hatten mehr als 49 Prozent ihre Stimme abgegeben, das sind 15 Prozentpunkte mehr als vor fünf Jahren.

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Spaniens Wähler konnten am Sonntag nicht nur über das EU-Parlament abstimmen, sondern in weiten Landesteilen auch über ihre Regionalparlamente und Kommunalvertretungen. Beobachtern zufolge dürfte dies wesentlich zur gestiegenen Beteiligung an der Europawahl beigetragen haben.


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