EU-Wahl - Griechenland steuert auf vorgezogene Neuwahlen zu

Athen (APA/AFP) - Griechenland steuert nach dem Wahldebakel der linken SYRIZA von Regierungschef Alexis Tsipras auf vorgezogene Neuwahlen zu...

Athen (APA/AFP) - Griechenland steuert nach dem Wahldebakel der linken SYRIZA von Regierungschef Alexis Tsipras auf vorgezogene Neuwahlen zu. Die Partei kam bei der Europawahl am Sonntag einer Umfrage der wichtigsten privaten Fernsehsender zufolge lediglich auf 25 Prozent der Stimmen und lag damit weit hinter der konservativen Oppositionspartei Nea Demokratia mit 33,5 Prozent.

„Griechenland braucht eine neue Regierung“, forderte Nea-Demokratia-Chef Kyriakos Mitsotakis. Tsipras sagte in einer ersten Reaktion, dass er „das Wahlergebnis nicht ignorieren“ könne. Im Vorfeld des Urnenganges hatte er vorgezogene Neuwahlen angedeutet. Er hatte die Europawahl im Vorfeld als „Vertrauensabstimmung“ bezeichnet. Die Wähler hätten die „Verantwortung“, die wirtschaftlichen und sozialen Errungenschaften seiner vierjährigen Amtszeit zu verteidigen.

Das Volk habe der Regierung von Tsipras das Vertrauen entzogen, sagte Mitsotakis. „Der Regierungschef muss die Verantwortung übernehmen, er muss zum Wohle des Landes zurücktreten“, forderte er.

Die sozialdemokratische Bewegung der Veränderung (Kinal) kam der Nachwahlbefragung zufolge auf 7,7 Prozent, gefolgt von der kommunistischen Partei KKE mit 5,5 Prozent. Die Rechtsextremisten der Goldenen Morgenröte verloren Wähler an eine neue nationalistische Partei, Griechische Lösung, und fielen auf 4,5 Prozent.

Seine linksgeführte Regierung hatte Anfang Mai eine Senkung der Steuern auf Lebensmittel und Hotelübernachtungen sowie höhere Sätze für die ärmsten Pensionisten im Land angekündigt. Die Maßnahmen wurden bereits vom Parlament beschlossen.

Regulär finden in Griechenland im Oktober Parlamentswahlen statt. Tsipras hatte jedoch angedeutet, je nach Ausgang der Europawahl am Sonntag vorgezogene Neuwahlen auszurufen.

Parallel zur Europawahl fanden Kommunalwahlen in dem Land statt, bei denen ersten Teilergebnissen zufolge Kandidaten von Nea Demokratia vorne lagen. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 56 Prozent. Bei der Bürgermeisterwahl in Athen zog der Kandidat von Nea Demokratia, Costas Bakoyannis, als Favorit in die zweite Runde am 2. Juni ein. Dies galt auch für den konservativen Bürgermeisterkandidaten in Thessaloniki.


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