Brexit Party in Großbritannien laut Prognose vor Liberalen

Die EU-feindliche Brexit Party hat die EU-Wahl in Großbritannien ersten Prognosen zufolge klar gewonnen. An zweiter Stelle landeten die pro-europäischen Liberaldemokraten, berichtete die BBC am Sonntagabend. Damit zeichnete sich eine historische Schlappe für die Großparteien Konservative und Labour ab. „Es schaut nach einem großen Sieg für die Brexit Party aus“, sagte deren Chef Nigel Farage.

In Deutschland erreicht die Union aus CDU und CSU nach den Hochrechnungen von ARD und ZDF 28,4 bis 28,7 Prozent - an die sieben Punkte weniger als bei der Europawahl 2014 (35,4 Prozent). Die SPD stürzt auf 15,5 bis 15,6 Prozent ab. Bei der vorherigen Europawahl waren es noch 27,3 Prozent. Die Grünen legen auf 20,7 Prozent zu - zehn Punkte mehr als bei der Europawahl vor fünf Jahren (10,7 Prozent). Die AfD kommt auf 10,8 Prozent (2014: 7,1 Prozent). Die Linke liegt bei 5,4 Prozent (2014: 7,4 Prozent), die FDP bei 5,4 bis 5,5 Prozent (2014: 3,4 Prozent).

In Griechenland lag die linke Partei SYRIZA von Ministerpräsident Alexis Tsipras lag nach vorläufigen amtlichen Hochrechnungen mit 23,9 Prozent der Stimmen rund 9 Prozentpunkte hinter der konservativen Oppositionspartei Nea Dimokratia. Im Vergleich zur EU-Wahl 2014 büßte SYRIZA 2,7 Prozentpunkte ein. Die Nea Dimokratia erzielte 33 Prozent der Stimmen - ein starkes Plus nach 22,7 Prozent im EU-Wahljahr 2014. Tsipras kündigte daher vorgezogene Parlamentswahlen an.

In Ungarn endete die Wahl erwartungsgemäß mit einem überwältigenden Sieg der rechtsnationalen Regierungspartei Fidesz. Wie die Wahlbehörde bekanntgab, erreichte die Partei von Premier Viktor Orban 52,14 Prozent der Stimmen. Einen deutlichen Erfolg bedeutet das Wahlergebnis für die Partei Demokratische Koalition (DK) von Ex-Premier Ferenc Gyurcsany. Die sozialdemokratische Formation konnte sich mit 16,26 Prozent als klarer Zweiter durchsetzen.

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In Spanien sind die Sozialisten der große Sieger. Die Partei des amtierenden Regierungschefs Pedro Sanchez kam auf rund 33 Prozent und wurde damit stärkste Kraft, wie Regierungssprecherin Isabel Celaa in Madrid nach Auszählung von 85 Prozent der Stimmen bekanntgab. Die konservative Opposition kam demnach auf 20,1 Prozent.

In Tschechien gewann die Protestbewegung ANO von Premier Andrej Babis. Bei einer Wahlbeteiligung von 28,72 Prozent kam ANO laut der Zeitung Mlada fronta Dnes (online) auf 21,18 Prozent. Auf dem zweiten Platz landete die konservative Demokratische Bürgerpartei (ODS) mit 14,54 Prozent. Knapp dahinter rangierte die Piratenpartei, die 13,95 Prozent bekommen dürfte.

In Slowenien entschieden die oppositionellen Konservativen die Wahl klar für sich. Die gemeinsame Liste von Demokratischer Partei (SDS) und Volkspartei (SLS) erreichte 26,5 Prozent der Stimmen, teilte die slowenische Wahlkommission nach Auszählung von fast allen Stimmen mit. Die scheidende NEOS-Europaabgeordnete Angelika Mlinar scheiterte klar. Überraschend auf dem zweiten Platz landeten die Sozialdemokraten mit 18,6 Prozent.

In Italien geht die rechte Lega von Italiens Innenminister Matteo Salvini geht aus der Europawahl als stärkste Einzelpartei hervor. Laut Hochrechnungen, die vom Innenministerium veröffentlicht wurden, schaffte es die Regierungspartei auf 30 Prozent der Stimmen. Auf dem zweiten Platz landete die oppositionelle Demokratische Partei (PD), die auf 21 Prozent kam. Der Koalitionspartner der Lega, die Fünf-Sterne-Bewegung, kam auf 20 Prozent der Stimmen und somit auf Platz drei.

In der Slowakei erhielten inoffiziellen Resultaten zufolge die Liberalen der Partei Progressive Slowakei (PS) am meisten Stimmen. Laut der Zeitung Dennik N (Online) kam die Partei der neuen Präsidentin Zuzana Caputova auf 20,1 Prozent. Die stärkste Regierungspartei Smer landete bei 15,7 Prozent.

In Finnland siegte laut vorläufigem Endergebnis die konservative Sammlungspartei mit 20,8 Prozent der Stimmen vor den Grünen mit 16 Prozent, teilte das Justizministerium nach Auszählung aller Stimmen mit. Die Sozialdemokraten, die erst im Vormonat die Parlamentswahl gewonnen hatten, landeten mit 14,6 Prozent nur auf dem dritten Platz.

In Schweden behaupteten sich die Sozialdemokraten als stärkste Kraft, die rechtspopulistischen Schwedendemokraten können jedoch starke Zugewinne verzeichnen. Die Sozialdemokraten von Regierungschef Stefan Löfven kamen auf 23,6 Prozent der Wählerstimmen, wie aus Zahlen der schwedischen Wahlbehörde nach Auszählung von knapp 94 Prozent der Wahllokale hervorging. Die Rechtspopulisten von Parteichef Jimmie Akesson kommen demnach mit einem Plus von 5,7 Prozentpunkten auf 15,5 Prozent.

In Kroatien gewann die konservative Regierungspartei HDZ (Kroatische Demokratische Gemeinschaft) trotz Verlusten. Nach Angaben der staatlichen Wahlkommission kam sie auf 23 Prozent der Stimmen. Die oppositionelle SDP (Sozialdemokraten) kam auf 18,5 Prozent der Stimmen.


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