„Godzilla II: King of the Monsters“: Ökoterrorismus ist erst der Anfang

Nach seinem furiosen Kino-Comeback 2014 verliert sich Monsterkönig Godzilla in „Godzilla II: King of the Monsters“ in verworrenem Zerstörungswahn.

2014 kehrte Godzilla nach mehr als einem Jahrzehnt ins Kino zurück. Nun soll das japanische Urviech ins Zentrum eines Film-Franchise gerückt werden. Nächster Gegner wird King Kong.
© Warner

Innsbruck –Während Greta Thunberg in Wien die Erde rettet, wird sie im Kino gerade mal wieder zerstört. Im neuesten Film der Godzilla-Reihe, „Godzilla 2: King of the Monsters“, kommt das jahrtausendealte Gleichgewicht des Planeten durcheinander, die Titanen erwachen. Und auch hier gilt: Die amerikanische Politik verzettelt sich derweil in einem Untersuchungsausschuss. Ein zum Öko-Terrorist mutierter Ex-Soldat („Game of Thrones“-Star Charles Dance) erweckt die Urzeit-Monster zum Leben, um die Balance der Natur wiederherzustellen. Soll heißen: die Überbevölkerung zu reduzieren. Dazu entführt er die Chefwissenschafterin des Monarch-Monster-Überwachungs-Vereins, Dr. Emma Russell (Vera Farmiga), samt ihrer Tochter (Millie Bobby Brown, „Stranger Things“). Mithilfe ihres bio-akustischen Geräts lassen sich die Giganten besänftigen oder aggressiv machen. Ihr Ex-Mann stößt derweil zur Monarch-Truppe rund um Dr. Ishiro Serizawa (Ken Watanabe) und Dr. Vivienne Graham (Sally Hawkins). So viel darf verraten werden: Auch akademische Titel verhindern kein vorzeitiges Leinwand-Ableben.

Als das Filmmonster Godzilla in den 1950ern in den japanischen Toho-Studios geboren wurde, war es auch eine Verarbeitung des Hiroshima-Traumas. Die Monster-Haut des Riesen-Reptils wurde den Narben der Atombomben-Überlebenden nachempfunden. Godzilla war dabei meist eher monströser Beschützer vor tatsächlichen Gefahren in Gestalt anderer Monster.

Die amerikanische Wiedergeburt 2014 ließ, nach Fukushima, ein Atomkraftwerk durch seismische Aktivitäten außer Kontrolle geraten. Nun sind sämtliche schlafende Titanen aus der Frühzeit los, unter ihnen auch Riesen-Motte Mothra, Feuervogel Rodan und der dreiköpfige Erzfeind King Ghidorah.

In einem eher verworrenen, lose an gleich mehreren 60er-Jahre-Godzillas orientierten Plot kommt es zu Kämpfen in der Antarktis, in Mexiko-Stadt und in Boston. Die Menschen geben dabei über weite Strecken verschreckt Statisten, auch wenn militärische Interventionen immer wieder versuchen, Einfluss auf den Monster-Kampf zu nehmen. Resultat ist eine eintönige Zerstörungsorgie ungeheuerlichen Ausmaßes. Übertrieben und übertrieben ernsthaft.

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Rechteinhaber Warner Brothers ist derzeit bemüht, Godzilla ein belastbares Franchise abzutrotzen: Bald wird dieses „MonsterVerse“ um einen weiteren Brüll-Promi aus dunkler Kinovorzeit erweitert: „Godzilla vs. Kong“ ist für März 2020 angekündigt. (maw)


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