Ukrainischer Staatschef Selenskyj fordert Druck auf Russland

Der neue ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat von der EU mehr Druck auf Russland gefordert, um den militärischen Konflikt im Osten seines Landes zu beenden. Appelle an Moskau allein reichten nicht aus, erklärte Selenskyj nach seinem Eintreffen in Brüssel am Dienstag auf seiner Facebook-Seite.

Er wolle seinen EU-Gesprächspartnern die Frage stellen, „wie wir zusammen Druck auf den Aggressor ausüben können“ und wie Russland „zum Frieden gezwungen“ werden könne. Selenskyj kam nach seiner Ankunft in Brüssel zunächst mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker zusammen.

Danach wird er die NATO besuchen. Dort wird er laut dem Militärbündnis an einem Treffen der NATO-Ukraine-Kommission teilnehmen. Für 16.45 Uhr ist eine gemeinsame Pressekonferenz mit NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg geplant.

Mit Blick auf die Ostukraine verwies Selenskyj auf Facebook darauf, dass seit dem Beginn des Konflikts im Jahr 2014 im Donbass 147 Kinder und Jugendliche getötet worden seien. Mehr als 360 weitere seien verletzt worden und fast 200.000 Menschen seien vertrieben worden. „Dieser Krieg hat Zehntausende von Kindern der Gewalt ausgesetzt - psychologischer, sexueller oder körperlicher“, schrieb Selenskyj.

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Der zweitägige Besuch in Brüssel ist die erste Auslandsreise Selenskyjs seit seinem haushohen Wahlsieg gegen den bisherigen Präsidenten Petro Poroschenko im April. Für Mittwoch ist ein Treffen mit EU-Ratspräsident Donald Tusk geplant (14.30 Uhr). Neben dem Konflikt in der Ostukraine ist auch die Umsetzung von Reformen Thema des Besuchs.


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