Zelebration wunderbarer Sinnlosigkeit

Nicht versäumen sollte man die Personale des Lienzer Zeichners und Malers Helmut P. Ortner auf der Plattform 6020 der Innsbrucker Stadtbibliothek.

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Auf der Plattforum 6020: Arbeiten von Helmut P. Ortner.
© Schlocker

Innsbruck – Es kommt nicht oft vor, dass man einem jungen Maler und Grafiker begegnet, an dessen Kunst man sich kaum sattsehen kann. Der junge Osttiroler Helmut P. Ortner ist eines dieser seltenen Exemplare, dessen Rauminstallation auf der Plattform 6020 erahnen lässt, dass in seinem Hirn – in Ableitung des Ausstellungstitels – die Ideen nur so pulsieren.

Wobei sich Helmut P. Ortner über so ziemlich alles in der Welt so seine Gedanken macht. Darum, dass das Erwachsenwerden vielleicht doch keine gar so gute Idee war genauso wie über fein per Stahlfeder gezeichnete Ordnungen bzw. verrückte Ordnungen oder das Zelebrieren lustvoll wunderbarer Sinnlosigkeit. Dass da ein zutiefst politisch bewegter Künstler am Werken ist, erkennt man nicht zuletzt an den mit viel böser Ironie und Bildwitz gespickten Exkursen in Tagespolitisches.

Bücher bzw. Geschriebenes spielen in Ortners künstlerischem Kosmos eine zentrale Rolle. Wenn er etwa die Deckel von ihrer Seiten beraubten Büchern zur Basis seiner Bildfindungen macht. Um sie gern dialogisch zu bezeichnen bzw. bemalen, aufgeladen mit teilweise zu einem einzigen Buchstaben oder Symbol verknappten Botschaften, die so etwas wie Appetizer für die Fantasie des Betrachters sind. Obwohl, oder vielleicht gerade deshalb, weil das in knappe Kürzel Gepackte oft rätselhaft bleibt.

Helmut P. Ortners Handschrift als Maler ist in seinem Umgang mit der Farbe delikat, auch wenn er in einer Reihe von größeren Bildern mit zu flächigen Mustern degenerierten Texten beschriebene Hintergründe von undefinierbaren amorphen Brocken durchsurfen lässt. (schlo)

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