Tiroler Sozialarbeiter als Dealer: Vier Jahre Haft

Im Februar klickten im Raum Innsbruck für mehrere Personen die Handschellen. Ein Innsbrucker Großdealer war aufgeflogen. In einer Art „Leben...

Bei der Festnahme eines 44-Jährigen fanden sich in dessen Wohnung noch Cannabisharzplatten zum Weiterverkauf.
© Polizei Tirol

Im Februar klickten im Raum Innsbruck für mehrere Personen die Handschellen. Ein Innsbrucker Großdealer war aufgeflogen. In einer Art „Lebensbeichte“ legte der 35-Jährige ein umfassendes Geständnis über die Weitergabe von 145 Kilogramm Cannabisharz, 2,4 Kilogramm Kokain bzw. 5000 XTC-Tabletten ab. Es gilt die Unschuldsvermutung. Eingeschlossen in die Beichte des Dealers waren jedoch auch 20 seiner Abnehmer. Den Aufenthaltsort des Mannes hält die Justiz deshalb bis zum Prozess am nächsten Freitag geheim. Gestern am Landesgericht musste sich schon zuvor ein 44-Jähriger wegen der Weitergabe von 40 Kilogramm Cannabis und XTC-Tabletten im fünfstelligen Bereich verantworten. Letztere wollte der einstige Sozialarbeiter aber nur vermittelt haben. Das Faktum wurde daher auf Antrag von Verteidiger Hubert Stanglechner ausgeschieden. RA Stanglechner betonte auch, dass sich der 44-Jährige mit dem Drogenhandel einzig seine Kokainsucht finanziert hatte: „Mit 1100 Euro Gehalt konnte er sich dies ja nicht finanzieren!“ Obwohl der 44-Jährige geltend machte, dass er ja „nur“ 28 Kilo weitergegeben hätte, kam er gegen die Beichte nicht an. Diese wurde nämlich durch akribisch geführte Aufzeichnungen belegt. Der 35-Jährige war gestern indes nicht als Zeuge zu sehen. Kommunikationsprobleme innerhalb der Justiz vereitelten die Überstellung nach Innsbruck. Da Drogenhandel zur Finanzierung der eigenen Sucht strafrechtlich privilegiert ist, blieb es rechtskräftig bei vier Jahren Haft – 15 Jahre drohten.

Am Nervenkostüm eines Nachbarn hat im Februar ein Bodenleger gesägt. Dieser hatte bei der Arbeit den Radio so laut aufgedreht, dass der 57-Jährige erregt zur Türe schritt und um Ruhe bat: „Moanst, du wohnst alloan da?“, hieß es dann. „Interessiert mi nit, i wohn ja gar nit da!“, lautete die Antwort. „Dir blas ich des Hirn raus!“, versprach darauf der Nachbar dem Arbeiter. „Ja womit denn?“, spielte dieser mit dem Feuer – und sah sich bald mit dem Durchrepetieren einer Schreckschusspistole konfrontiert. Gestern am Landesgericht beschwor der 57-Jährige, dass dies alles eine einmalige Kurzschlussreaktion aufgrund eines Missverständnisses gewesen sei. Hatte er damals den Radiolärm gemeint, bezog der Arbeiter den Disput auf die Bodenlegerarbeiten. Schwere Nötigung wurde so mit einem Betrag von 4000 Euro per Diversion erledigt. (fell)

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