Gerichtssplitter

Per Google-Übersetzer versucht, Polizisten zu bestechen

(Symbolfoto)
© TT/Thomas Böhm

Der Ausflug eines in Südtirol wohnhaften Süditalieners hatte letztes Jahr nach der Staatsgrenze in einem Planquadrat geendet. Knapp ein Prom...

Der Ausflug eines in Südtirol wohnhaften Süditalieners hatte letztes Jahr nach der Staatsgrenze in einem Planquadrat geendet. Knapp ein Promille Alkohol wurden im Blut des Kochs festgestellt. Als einer der Beamten mit dem Alkomat-Ausdruck zum Auto kam und u. a. die Weiterfahrt untersagen wollte, stellte er fest, dass der Italiener weder Englisch noch Deutsch verstand. Per Google-Übersetzer über Handy mussten dem Italiener dann die weiteren Schritte der Amtshandlung mitsamt 900 Euro Sicherheitsleistung erläutert werden. Dieser zückte darauf ebenso sein Handy und gab ein: „Io pago ben.“ Auf Deutsch: „Ich zahle schon!“ Beim Prozess um versuchte Bestimmung zum Amtsmissbrauch und Widerstand gegen die Staatsgewalt stellte das Gericht nach Hinweis von Verteidiger Martin Corazza zwar fest, dass der Google-Übersetzer die Eingabe „ben“ als „bene“ auslegt und somit „Ich bezahle gut!“ übersetzt. An vorgebrachten Übersetzungsirrtum wurde gestern jedoch trotzdem nicht geglaubt. Hatte der Italiener doch laut Zeugin mit dem Finger auch auf das Messprotokoll gezeigt und dabei eine Wegwerfbewegung gemacht. So ergingen rechtskräftig fünf Monate bedingte Haft und 1200 Euro Geldstrafe über den hitzigen Italiener. Je 200 Euro Teilschmerzengeld gehen an die verletzten Polizisten.

Aussage gegen Aussage stand es gestern rund um angeklagte Körperverletzung zwischen dem Ex-Mann und dem neuen Partner einer Unterländerin. Der Ex-Mann will dem Partner nicht einmal begegnet sein. Jener beantragte aber noch einen Nachbarn als Zeugen, der wegen des lautstarken Angriffs sogar aus dem Schlaf gerissen worden sei. (fell)