Zwei weitere Festnahmen im Mordfall Lübcke
Am Tag nachdem der Mordverdächtige Stephan E. gestanden hat, den Politiker erschossen zu haben, bestätigt die deutsche Polizei zwei weitere Festnahmen in dem Fall. Es soll sich um den Händler und den Vermittler der Waffen für den mutmaßlichen Täter handeln.
Karlsruhe – Im Mordfall Lübcke sind zwei weitere Personen festgenommen worden. Das bestätigte die deutsche Bundesanwaltschaft am Donnerstag. Nach Angaben von Spiegel Online und Bild.de handelt es sich um den Händler und den Vermittler der Waffen für Stephan E. Nach Informationen verschiedener Medien war es zuvor zu Durchsuchungen gekommen. Dabei wurden nach dpa-Informationen auch Waffen gefunden, die dem Verdächtigen Stephan E. gehören sollen.
Nach Informationen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung kam es in der Nacht zu Donnerstag zu den Durchsuchungen. Ein Sprecher der ermittelnden Sonderkommission Liemecke sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Wir bestätigen, dass es an verschiedenen Orten polizeiliche Maßnahmen gegeben hat.“
Waffen in Erddepot gefunden
Laut NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung hatte E. in seinem Geständnis offengelegt, dass er über zahlreiche Waffen verfügt – neben der Tatwaffe auch über eine Pump-Gun und eine Maschinenpistole vom Typ Uzi samt Munition. Er nannte Details, wie er sich diese beschafft hat und offenbarte die Verstecke. Ermittler fanden einige Waffen demnach in einem Erddepot auf dem Gelände seines Arbeitgebers. Stephan E. arbeitete bei einem Bahnzulieferer in Kassel. Laut dem Bericht handelt es sich um fünf Waffen.
Bei den Festnahmen handelt es sich laut Medienberichten bei dem mutmaßlichen Vermittler des Waffenkaufs um einen Mann aus Kassel, der mutmaßliche Verkäufer stamme aus Nordrhein-Westfalen. Der Generalbundesanwalt ermittle gegen sie im Zusammenhang mit der Tatwaffe wegen Beihilfe zum Mord.
Am 2. Juni erschossen aufgefunden
Der CDU-Politiker Walter Lübcke war in der Nacht auf 2. Juni mit einer Schussverletzung im Kopf auf der Terrasse seines Wohnhauses in Wolfhagen bei Kassel entdeckt worden. Er starb kurze Zeit später im Krankenhaus. Lübcke war in der Vergangenheit wegen seiner Haltung zu Flüchtlingen bedroht worden. Er hatte sich 2015 auf einer Informationsveranstaltung gegen Schmährufe gewehrt und gesagt, wer gewisse Werte des Zusammenlebens nicht teile, könne Deutschland verlassen.
Der Tatverdächtige Stephan E. hat den Mord am Mittwoch gestanden. (dpa, TT.com)