Bitte Prinzess- statt Brechbohnen: Der Geschmack als Nebensache

Physiker Charles Spence erforscht, wie Sinnestäuschungen kulinarisches Vergnügen beeinflussen. Auch Tiroler Haubenköche arbeiten mit Düften und Tönen – doch nicht ganz so offensiv.

Dass das Auge mitisst, ist ein alter Hut. Spitzenköche wissen, dass auch Nase, Ohren und Gehirn bewerten, ob die Speise mundet.
© Getty Images

Von Judith Sam

Innsbruck –Ob eine Speise gut schmeckt, hängt von Klängen, Gerüchen, Formen und Farben ab. Der Geschmack ist eher Nebensache. Diese Aussage dürfte so manchen Koch irritieren. Doch Charles Spence, Professor der Universität Oxford, weiß, wovon er spricht. Der Physiker hat die Welt der Kulinarik mithilfe von Neurowissenschaftern erkundet: „Austern schmeckten den Gästen besser, die während des Essens Meeresrauschen hörten.“ Kaffee fanden sie wohlschmeckender, wenn die zugehörige Kaffeemaschine weder hohe noch grelle Töne von sich gab. Und der Hunger der Kunden wuchs, sobald sie hörten, wie ein scharfes Messer knackiges Gemüse auf einem Holzbrett zerteilte.

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