Umweltschonende Rezepte: Mit gutem Gewissen essen

Klimafreundlich kochen — auch das ist möglich. Das Klimabündnis Tirol hat nun ein ganzes Kochbuch mit umweltschonenden Rezepten herausgegeben.

© Getty Images/iStockphoto

Von Manuel Lutz

Innsbruck — Mit dem Fahrrad geht es in den Supermarkt, die eigene Stofftasche ist mit dabei, um unnötige Plastiksackerln zu vermeiden. Bei der Auswahl der Produkte hat man immer im Kopf, dass die Verpackung die Umwelt nicht belasten sollte. Eigentlich glaubt man, alles richtig gemacht zu haben und mit seinem Einkauf das Klima zu schützen. Wenn die Wahl jedoch auf ein Kilo Äpfel aus Neuseeland — die über 18.000 Kilometer zurücklegen mussten — fällt, waren die Mühen fast umsonst. Der CO2-Ausstoß dafür liegt bei über einem halben Kilo. Ein Tiroler Apfel überzeugt im Vergleich in der Ökobilanz mit 70 Gramm pro Kilo. Regionale und saisonale Produkte sind also nicht nur gesund, sondern auch klimafreundlich.

Um dies in das Bewusstsein der Tiroler zu rufen, hat das Klimabündnis Tirol ein Kochbuch mit Rezeptideen von „Woody's Schmankerlkiste" präsentiert (ein Beispiel daraus links in der Box). Für Köchin Carina Holzapfel ist klar: „Bis zu einem Drittel der CO2-Bilanz wird vom Essen beeinflusst. Daher sollte man auf regionale sowie saisonale Produkte setzen."

Der Ideengeber ist in vier Teile gegliedert, für jede Jahreszeit gibt es passende Kochanleitungen. Der Großteil davon kommt ohne Fleisch aus. „Man muss nicht jeden Tag Fleisch essen. Lieber selten, dafür sollte man dann aber zu guten Produkten, die daher auch mehr kosten, greifen", sagt Klima-Coach Herbert Pümpl. Zumal Qualität auch für die eigene Gesundheit besser sei.

Für Modefrüchte wie Avocados und Ähnliches ist in dem Buch hingegen kein Platz. „Man muss keine Goji- Beeren kaufen. In Heidelbeeren oder Roter Bete stecken auch viele Nährstoffe", zieht Holzapfel heimische Alternativen vor.

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Der Trend zu kulinarischen Ausflügen sei noch relativ neu. Klimafreundliches Kochen daher eine noch nicht weit verbreitete Bezeichnung. „Es ist ein moderner Begriff. Bis vor einem Jahrzehnt war es normal, dass man heimische Produkte, die der Jahreszeit entsprechen, gekocht und konsumiert hat", so Holzapfel. Früchte wurden konserviert und standen nicht das ganze Jahr — wie z. B. Erdbeeren — in den Regalen.

Pümpl erinnert sich jedoch an die ersten Experimente in den 1960er-Jahren: „Auf einmal lag eine Scheibe Ananas auf dem Toast. Der Toast Hawaii war geboren — exotisch und modern zugleich."

Wichtig ist den Initiatoren, dass man nicht nur das CO2-Budget, sondern auch das Haushaltsbudget mit regionalen Produkten entlasten kann. Das fängt bereits beim richtigen Einkaufen an. „Im Supermarkt gibt es z. B. oft Karotten nur in einem Kilosack. Wenn ich aber nur 200 Gramm brauche, muss ich mir Gedanken machen, wie ich den Rest verarbeite. Beim Bauern kaufe ich hingegen genau die Mengen, die ich brauche, und komme so günstiger weg", weiß Holzapfel aus Erfahrung. Damit bestünde auch keine Gefahr, Lebensmittel wegzuwerfen.

Zudem wird von der Initiative „Doppelplus" eine Haushaltsberatung angeboten: Aktuell sind in Tirol bereits über 60 Klima-Coaches unterwegs und beraten interessierte Bürger. Informationen: www.doppelplus.tirol

Faschierte Laibchen mit Karotten und Zucchini

Zutaten für 4 Personen:

  • 250 g Faschiertes gemischt (Rind/Schwein)
  • 1 Zwiebel
  • 2 Karotten
  • 1 kleine Zucchini
  • 1 Ei
  • 80 g Mehl
  • Salz, Pfeffer, Majoran

Zeitaufwand: 30 Minuten.

Kosten 4 Personen: ca. 4,20 €.

Zubereitung:

  1. Das Faschierte in eine Schüssel geben, die Zwiebel fein hacken und dazugeben.
  2. Die Zucchini und die Karotten mit dem Reibeisen fein hobeln und zum Faschierten geben.
  3. Ei und Mehl untermischen und die Masse mit Salz, Pfeffer und Majoran würzen.
  4. Mit der Hand werden nun alle Zutaten gut vermengt.
  5. Die Laibchen-Masse 15 Minuten ziehen lassen.
  6. Hände nass machen und Laibchen formen.
  7. In einer Pfanne mit Rapsöl anbraten oder im Rohr bei ca. 200 Grad für 20 Minuten backen.

Tipp: Das Laibchen als Füllung für einen gesunden Burger verwenden.


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